Schlafstörungen während der Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für Gestationsdiabetes assoziiert

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Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Kuopio und der Universität Ostfinnland zeigt, dass Schlafstörungen während der Schwangerschaft einen bedeutenden Risikofaktor für Gestationsdiabetes darstellen können.

Gestationsdiabetes ist ein rasch zunehmendes Problem der öffentlichen Gesundheit und wird in Finnland bereits bei fast jeder fünften Schwangeren diagnostiziert. Gestationsdiabetes erhöht das Risiko für Komplikationen – sowohl für die Mutter als auch für das Kind – während der Schwangerschaft sowie langfristig das Risiko für Adipositas und Diabetes. Auch Schlafstörungen treten während der Schwangerschaft sehr häufig auf. Es bestand bereits der Verdacht, dass sie sich negativ auf den Glukosestoffwechsel auswirken; allerdings lagen zu diesem Thema bislang nur begrenzte Forschungsergebnisse vor.

Zweites Schwangerschaftsdrittel im Fokus

Den neuen Ergebnissen der „Kuopio Birth Cohort“-Studie (KuBiCo) zufolge stehen Schlafstörungen, die im zweiten Schwangerschaftsdrittel auftreten, in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Gestationsdiabetes – unabhängig vom Alter der Mutter, ihrem Body-Mass-Index (BMI) oder anderen bekannten Risikofaktoren.

Mehr als 5.000 Schwangere in Finnland nahmen an der Studie teil. Im dritten Schwangerschaftsdrittel füllten sie einen Fragebogen zu ihrem Schlafverhalten im zweiten Trimester aus. Die Beobachtung wurde bis zur Entbindung fortgesetzt; bei 23 Prozent der Teilnehmerinnen wurde Gestationsdiabetes diagnostiziert.

Die Studie ergab, dass insbesondere Einschlafschwierigkeiten, nächtliches oder frühmorgendliches Erwachen sowie Tagesmüdigkeit mit einem höheren Risiko für Gestationsdiabetes assoziiert waren. „Je stärker die Schlafprobleme der Schwangeren ausgeprägt waren, desto höher war das Risiko, dass sie einen Gestationsdiabetes entwickelte“, erklärt Lic. med. Joanna Laurila.

Darüber hinaus zeigte sich, dass ein höherer BMI zu Beginn der Schwangerschaft der stärkste Einzelfaktor war, der das Auftreten verschiedener Schlafstörungen vorhersagte. Außerdem traten Schlafstörungen häufiger bei jenen Frauen auf, die zur Behandlung ihres Gestationsdiabetes Medikamente benötigten, als bei jenen, bei denen eine Anpassung des Lebensstils als Therapie ausreichte.

Schlaf als wichtiger Stoffwechselregulator in der Schwangerschaft

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schlaf nicht lediglich ein Nebenfaktor für das Wohlbefinden ist, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Stoffwechselregulation während der Schwangerschaft. Das Erkennen von Schlafstörungen kann dabei helfen, Frauen zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes aufweisen“, erklärt die Forschungsärztin Johanna Masar.

Nach Ansicht der Forscher sollten das Screening auf Schlafstörungen sowie deren Behandlung in die routinemäßige Schwangerschaftsvorsorge – etwa im Rahmen der Betreuung durch Mütterberatungsstellen – integriert werden. Eine Verbesserung der Schlafqualität könnte einen gesunden Lebensstil unterstützen und zu einer besseren Glukosestoffwechsellage während der Schwangerschaft beitragen. „In Zukunft werden im Rahmen der Nirvana-Studie – die Teil der KuBiCo-Studie ist – auch Schlafprobleme genauer untersucht werden. Die Nirvana-Studie konzentriert sich dabei stärker auf Schlafapnoe und die Identifizierung von Schlafstörungen“, berichtet Chefärztin Prof. Leea Keski-Nisula.

(lj/BIERMANN)

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