Schlaganfall: 80 Prozent leiden unter unsichtbaren Folgen11. Mai 2026 Symbolbild © MDNAHID/stock.adobe.com Die häufigsten Behinderungen nach einem Schlaganfall sind unsichtbar – eine große Herausforderung für Betroffene, aber auch ihr Umfeld. Viele Menschen verbinden einen Schlaganfall mit körperlichen Beeinträchtigungen. Doch die häufigsten Folgen sind Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Sprachstörungen, Planungsstörungen, Persönlichkeitsveränderungen wie Reizbarkeit oder Depression und schnelle Erschöpfung. Fachleute gehen davon aus, dass vier von fünf Schlaganfall-Betroffenen unter neuropsychologischen Störungen leiden. Darauf macht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zum bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai aufmerksam. Befragung unterstreicht die Herausforderungen Eine Erhebung der Deutschen Schlaganfall-Hilfe unterstreicht die Herausforderungen für die Betroffenen. Sie befragte 1.000 Patientinnen und Patienten in der häuslichen Nachsorge. 55 Prozent von ihnen gaben an, seit dem Schlaganfall unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen zu leiden. 28 Prozent hatten Probleme mit der Sprache oder dem Lesen. Solche Aphasien machen es Betroffenen besonders schwer, sich im Alltag zu verständigen. Unsichtbar – und oft missverstanden Für Außenstehende bleiben diese Veränderungen oft verborgen – mit schwerwiegenden Folgen für Beruf, Familie und soziale Teilhabe. Die Betroffenen wirken gesund, deshalb reagiert ihr Umfeld mit Unverständnis. Ständig müssen sie sich neu erklären, eine besondere Herausforderung für die Betroffenen. „Unsichtbare Folgen werden oft unterschätzt“, erklärt Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Wir wollen Verständnis für die Betroffenen schaffen und aufklären, wie man ihnen helfen kann.“ Erholung ist möglich – auch langfristig Gleichzeitig macht die Stiftung Mut: Erfolge brauchen Zeit, die Rehabilitation endet nicht nach wenigen Monaten. „Auch wenn es sich zu Beginn oft anders anfühlt: Vieles verbessert sich über Jahre hinweg, ohne dass Betroffene die Fortschritte sofort bemerken,“ erklärt die Neuropsychologin Dr. Caroline Kuhn. „Wichtig sind gezieltes Training, aber genauso konsequente Pausen zur Erholung.“ Das Gehirn bleibt ein Leben lang anpassungsfähig – diese sogenannte Neuroplastizität eröffnet Chancen für Fortschritte selbst Jahre nach dem Ereignis. Therapie-Tipps für Betroffene Ambulante Neuropsychologie, Ergotherapie und Sprachtherapie (Logopädie) in Anspruch nehmen Eigentraining mit spezifischen Apps In kurzen Einheiten trainieren (20 – 30 Minuten) und regelmäßige Pausen einplanen Feste Tagesstrukturen beim Training und Ablenkungen reduzieren Hilfsmittel wie Checklisten oder Erinnerungsfunktion des Handys nutzen Tipps für Angehörige offen, aber ohne Vorwürfe kommunizieren konkrete Beobachtungen schildern statt zu bewerten Betroffene nicht überfordern emotionale Veränderungen nicht persönlich nehmen Geduld haben Außerdem interessant zum Thema Schlaganfall: Neuroprotektives Medikament reduziert Beeinträchtigungen nach Schlaganfall Neuer Bluttest zeigt Ausmaß der Hirnschädigung nach Schlaganfall
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