Schmerzbezogene Ergebnisparameter: Expertengruppe erarbeitet Konsens

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Eine Gruppe internationaler Schmerzexperten erarbeitete kürzlich einen Konsens zu schmerzbezogenen Core Outcome Sets (COS), die zu einer weltweiten Datenharmonisierung beitragen sollen. Bestehende schmerzbezogene COS hatten sich bislang meist auf bestimmte Erkrankungen konzentriert, was den Experten zufolge die Datenharmonisierung über verschiedene Schmerzzustände hinweg erschwerte.

Mit der Übernahme der neu entwickelten COS in die Forschung und die klinische Praxis erhoffen sie, Vergleiche und die Datenintegration in der ganzen Welt und in Schmerzstudien zu erleichtern, um Ressourcen zu optimieren, die therapeutische Entdeckungen zu beschleunigen und die Schmerzbehandlung zu verbessern. Bei den 4 konsentierten COS handelt es sich konkret um die Schmerzkategorien akuter Schmerz, Übergang von akuten zu chronischen Schmerzen, wiederkehrende/episodische Schmerzen und chronische Schmerzen.

Das selbsterklärte Ziel der Expertengruppe um die Schmerzmedizinerin Esther Pogatzki-Zahn vom Universitätsklinikum Münster war es, 4 übergreifende COS mit Domänen/Unterdomänen zu entwickeln, die über bestimmte Schmerzzustände innerhalb verschiedener Schmerzkategorien hinausgehen. In einem gemeinsamen Treffen eruierten sie den Bedarf an diesen 4 COS in der Schmerzforschung und der klinischen Praxis. Potenzielle COS-Domänen/Unter­domänen ermittelten sie über eine systematische Literaturrecherche sowie über die Befragung der Teilnehmer der Tagung und eines Delphi-Verfahrens.

Um einen Konsens über die Bereiche zu erzielen, die in die 4 endgültigen COS aufgenommen werden sollten, führten sie ein 3-stufiges Online-Delphi-Verfahren durch. Die Umfrageteilnehmer wurden aus der systematischen Literaturrecherche und aus sozialen Netzwerken mit Bezug zu Schmerz ermittelt, darunter multidisziplinäres medizinisches Fachpersonal, Forscher und Menschen mit gelebter Schmerzerfahrung (PWLE). Beiräte, bestehend aus COS-Experten und PWLE, standen während des gesamten Prozesses beratend zur Seite.

Fazit
Die Domänen der endgültigen COS beziehen sich im Allgemeinen auf Aspekte des Schmerzes, der Lebensqualität und der körperlichen Funktion/Aktivitätseinschränkung, fassen die Autoren im zur „Lancet“-Gruppe gehörenden Journal „eClinicalMedicine“ zusammen, wobei es einige Unterschiede zwischen den Schmerzkategorien gibt. Kliniker und Forscher sollten die Messung dieser Outcomes in Betracht ziehen, um die Schmerzerfahrungen ihrer Patienten ganzheitlich zu verstehen und ein Verständnis für die Behandlungsergebnisse zu erlangen, heißt es in der Publikation. (ah)

Autoren: Bova G et al.
Korrespondenz: Esther M. Pogatzki-Zahn; [email protected]
Studie: Developing consensus on core outcome sets of domains for acute, the transition from acute to chronic, recurrent/episodic, and chronic pain: results of the INTEGRATE-pain Delphi process
Quelle: EClinicalMedicine 2023:66:102340.
Web: https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2023.102340