Schmerzen: Metaanalyse bescheinigt multimodaler Behandlung gute Wirksamkeit8. April 2022 © joyfotoliakid – stock.adobe.com (Symbolbild) Interdisziplinäre multimodale Schmerzbehandlungs(IMPT)-Programme verfolgen einen biopsychosozialen Ansatz, um das Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen zu verbessern. In Bezug auf deren Inhalt und Dauer gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. Inwieweit positive gesundheitliche Ergebnisse über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben ist unklar. In einer systematischen Übersichtsarbeit werteten niederländische Forschende nun 72 Patientenkohorten aus, welche Erwachsene mit chronischen primären muskuloskelettalen Schmerzen für ≥3 Monate beobachteten. Die Metaanalyse der Studien zeigt, dass die Teilnahme an einem IMPT-Programm mit erheblichen Verbesserungen des Wohlbefindens verbunden ist, die im Allgemeinen auch beim Follow-up erhalten bleiben. Zudem konnte die Studiengruppe um Erstautor Stefan Elbers, University of Applied Sciences Utrecht (Niederlande), die beträchtliche Heterogenität zwischen den Programmen bestätigen. Die inkludierten Studien identifizierten Elbers et al. bis Mai 2020 in Medline, Embase, PsycInfo und Cinahl. Zwei Wissenschaftler führten unabhängig voneinander die Auswahl der Studien, die Datenextraktion und die Bewertung des Biasrisikos durch. In die Analyse bezogen sie 7 verschiedene patientenberichtete Ergebnisbereiche sowohl vor als auch nach dem Follow-up ein. Zur Bewertung der Variabilität zwischen den IMPT-Programmen fassten sie die Patientencharakteristika und Behandlungsprogramme anhand der Checkliste zur Beschreibung und Replikation der Intervention zusammen. Im Ergebnis verbesserte sich die Mehrheit der 72 eingeschlossenen Patientenkohorten während der Behandlung deutlich. Diese Verbesserung wurde im Allgemeinen auch bei der Nachuntersuchung beobachtet. Im Einklang mit ihren Erwartungen und mit früheren Studien beobachteten die Forschenden allerdings eine erhebliche methodische und statistische Heterogenität. Dies lässt sie auf unterschiedliche Auffassungen zur optimalen Gestaltung eines IMPT-Programmes schließen. Fazit „Trotz theoretischer und empirischer Behauptungen über die Schwierigkeit, neu erlernte Gesundheitsverhaltensweisen über einen längeren Zeitraum beizubehalten, konnte in der Längsschnittanalyse der gesundheitlichen Ergebnisse kein Rückfallmuster bei Patientinnen und Patienten festgestellt werden, die an IMPT-Programmen teilgenommen haben“, so das Fazit der Studienautorinnen und -autoren. (ah) Autoren: Elbers S et al. Korrespondenz: Stefan Elbers; [email protected] Studie: Longitudinal outcome evaluations of Interdisciplinary Multimodal Pain Treatment programmes for patients with chronic primary musculoskeletal pain: A systematic review and meta-analysis Quelle: Eur J Pain 2022;26(2):310–335. Web: https://doi.org/10.1002/ejp.1875
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