Schwangerschaft: Pränatale Zika-Infektion hat langfristige Immunfolgen bei Kindern29. Juli 2024 Foto: © sudtawee/stock.adobe.com Eine Studie der Cleveland Clinic, USA, zeigt, dass mütterliche Zika-Virusinfektionen die Immunentwicklung des Fötus verändern können, was zu langfristigen Folgen für die Immunität der Kinder führt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „eBioMedicine“ veröffentlicht Nur fünf Prozent der Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Zika-Infektionen hatten, werden mit körperlichen oder neurologischen Behinderungen geboren und mit dem angeborenen Zika-Syndrom diagnostiziert. „Studien haben sich eigentlich nur darauf konzentriert, was mit den Kindern passiert, die mit sichtbaren körperlichen Erkrankungen wie Mikrozephalie oder neurologischen Komplikationen geboren wurden“, erklärt die Forscherin Suan-Sin Foo von der Cleveland Clinic. „Bei den übrigen Kindern gibt es möglicherweise nicht einmal eine Notiz in der Krankenakte, die besagt, dass ihre Mutter während der Schwangerschaft infiziert wurde“, fügt sie hinzu. Verlauf der Studie Für die Studie wurden Blutproben von Neugeborenen und zweijährigen Kindern verwendet, deren Mütter während der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infiziert wurden. Das Ergebnis: Die Immunanalysen ergaben stark erhöhte Entzündungswerte, sogar zwei Jahre nachdem die Zika-Virusinfektion überstanden war. Das Immunsystem der betroffenen Kinder bevorzugte auch die Produktion eines bestimmten T-Zelltyps gegenüber einem anderen, was ihre Reaktionen auf Kinderimpfstoffe veränderte. Diese Veränderungen machten sie wahrscheinlich anfällig für zukünftige Infektionen, darunter Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten, so die Autoren. Die Immunprobleme korrelierten nicht mit anderen körperlichen oder neurologischen Symptomen des angeborenen Zika-Syndroms, darunter Mikrozephalie oder neurologische Entwicklungsverzögerungen. Das Vorhandensein langfristiger immunologischer Veränderungen bei Kindern, die bei der Geburt als nicht von Zika betroffen galten, weist auf eine ganze Gruppe schwangerschaftsbedingter Zika-Komplikationen hin, die durch das Raster gefallen sind, erklärt Foo. „Die Medizin hat eine sehr spezifische Definition des angeborenen Zika-Syndroms. Die Kinder müssen eine beeinträchtigte Schädel- oder Gehirnentwicklung haben“, betont Prof. Weiqiang Foo, auch von der Cleveland Clinic. „Unsere Studie zeigt deutlich, dass hinter dieser Erkrankung viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick sieht. Wir müssen die Diagnosekriterien erweitern und mehr Forschung betreiben, um sicherzustellen, dass diese immunologisch gefährdeten Kinder die Pflege bekommen, die sie brauchen.“
Mehr erfahren zu: "USA: Änderung der Hepatitis-B-Impfempfehlung könnte Infektionen bei Kindern deutlich steigern" USA: Änderung der Hepatitis-B-Impfempfehlung könnte Infektionen bei Kindern deutlich steigern In den USA wird derzeit über eine Lockerung der allgemeinen Impfempfehlung gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV) bei Neugeborenen diskutiert. Eine Modellierungsstudie warnt nun vor den Folgen: Ein Wechsel von der universellen […]
Mehr erfahren zu: "Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“" Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“ Für die gesetzlichen Krankenkassen sind bessere Bedingungen für Versicherte bei der Terminvergabe „überfällig“. In der schwarz-roten Koalition werden Rufe nach Änderungen dringlicher. Kommt das duale System von gesetzlicher und privater […]
Mehr erfahren zu: "Nutzen und Risiken des Mammographie-Screenings für Frauen ab 45 Jahren" Nutzen und Risiken des Mammographie-Screenings für Frauen ab 45 Jahren Das Mammographie-Screening soll künftig bereits ab 45 Jahren angeboten werden. Für jüngere Frauen kann die Früherkennung das Brustkrebsrisiko senken, zugleich sind Fehlalarme, Überdiagnosen und Strahlenrisiken stärker zu berücksichtigen.