Verringerte Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft durch hämatopoetischen Verlust eines X-Chromosoms15. Mai 2026 Symbolbild © idezignminno/stock.adobe.com Eine japanische Studie beschreibt einen neuen Zusammenhang zwischen dem hämatopoetischen Verlust eines X-Chromosoms bei zunehmendem Alter und einer Verringerung der Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft. Chromosomen tragen die genetische Information für das biologische Geschlecht, wonach Frauen in der Regel zwei X-Chromosomen und Männer XY-Chromosomen haben. Dies ist ein Grundprinzip der Humangenetik, das den meisten bereits im Biologieunterricht der Grundschule vermittelt wird. Weniger bekannt ist jedoch, dass Männer mit zunehmendem Alter das Y-Chromosom verlieren können und Frauen eines ihrer X-Chromosomen. Diese Phänomene sind als Verlust des Y-Chromosoms (LOY) und Verlust des X-Chromosoms (LOX) bekannt. LOY wird mit verschiedenen Erkrankungen wie Alzheimer, Diabetes mellitus und Herzerkrankungen in Verbindung gebracht, während LOX möglicherweise mit akuter myeloischer Leukämie und Lungenentzündung zusammenhängt. Über die Auswirkungen von LOX auf die Fortpflanzung ist jedoch wenig bekannt. Daher untersuchte eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Associate Prof. Takuya Misugi und Prof. Daisuke Tachibana an der Graduate School of Medicine der Osaka Metropolitan University den Zusammenhang zwischen LOX und Unfruchtbarkeit. Das Team entnahm weiße Blutkörperchen von 20- bis 45-jährigen Frauen – 123, die auf natürlichem Wege schwanger geworden waren, und 381, bei denen dies nicht der Fall war – und verglich anschließend die LOX-Werte. Die Ergebnisse wurden in „Reproductive BioMedicine Online“ veröffentlicht. Die Forschenden zeigten, dass Frauen mit Unfruchtbarkeit einen signifikant höheren Anteil an LOX-Zellen aufwiesen. Darüber hinaus zeigte sich eine mehr als doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, keine natürliche Empfängnis zu erzielen, wenn der Anteil der weißen Blutkörperchen mit LOX etwa 0,9 Prozent überstieg. Die Forscher untersuchten zudem den Zusammenhang zwischen LOX und dem Anti-Müller-Hormon (AMH), das als Marker für die Eizellreserve dienen kann. Die Analyse ergab, dass die AMH-Werte nicht mit dem in dieser Studie gemessenen LOX-Wert korrelierten. „Basierend auf unseren Ergebnissen könnte die Kombination von AMH mit einer LOX-Analyse eine genauere Vorhersage darüber ermöglichen, ob eine natürliche Schwangerschaft möglich ist“, erklärt Taiki Kikuchi, Erstautor der Studie. „In Zukunft könnte die Messung von LOX bei Personen mit Unfruchtbarkeit dabei helfen, festzustellen, ob eine natürliche Schwangerschaft möglich ist oder ob Fruchtbarkeitsbehandlungen, wie beispielsweise die In-vitro-Fertilisation, in einem früheren Stadium eingeleitet werden sollten.“ (lj/BIERMANN)
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