Sensorische Integrationsstörung zeigt sich in der Bildgebgung26. November 2025 Kinder mit sensorischer Integrationsstörung haben ein hohes Risiko für Entwicklungsverzögerungen. (Foto: © pegbes – stock.adobe.com) Forschende der University of California in San Francisco (USA) haben in der funktionellen Bildgebung des Gehirns ein für die sensorische Integrationsstörung charakteristisches Muster entdeckt. Eine sensorische Integrationsstörung ist keine offizielle medizinische Diagnose, kann die Entwicklung von Kindern aber erheblich beeinträchtigen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, verschiedene Formen der Störung darzustellen, unterzogen die Forschenden 83 neurodivergente Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren einer funktionellen Magnetresonanztomographie. Von den eingeschlossenen Teilnehmern reagierte etwa die Hälfte sehr empfindlich auf bestimmte Geräusche, Licht- oder taktile Reize, während die andere Hälfte dies nicht tat. Dies spiegelte sich auch in den Bildgebungsbefunden wider. Charakteristische Muster in der Bildgebung So war bei überempfindlichen Kindern die Aktivität in den Hirnnetzwerken, die „nach außen gerichtete“ Funktionen wie Motorik und Sinneswahrnehmung steuern, gering, während die Aktivität in den Netzwerken, die „nach innen gerichtete“ Funktionen wie Kognition und Impulskontrolle regulieren, hoch war. Bei den weniger empfindlichen Kindern beobachteten die Wissenschaftler das genau gegenteilige Muster. „Wir glauben, dass man, wenn man durch sensorische Reize überstimuliert ist, dies kompensiert, indem man die nach innen gerichteten Netzwerke des Gehirns hochfährt, um Selbstkontrolle zu erlangen. Und man fährt die nach außen gerichteten Netzwerke herunter, um sensorische Reize zu minimieren“, erklärte Dr. Pratik Mukherjee, Professor für Neuroradiologie an der UCSF und Co-Seniorautor der Studie. „Kinder, die von den Reizen emotional nicht überwältigt sind – manche reagieren sogar unterdurchschnittlich darauf –, verhalten sich genau umgekehrt.“ Probleme mit der sensorischen Verarbeitung sind keine Seltenheit Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass fünf bis zwölf Prozent der Kinder in den USA Probleme mit der sensorischen Verarbeitung haben, was einen Großteil der emotionalen Schwankungen bei Kindern im schulpflichtigen Alter erklären könnte. Die Behandlung von überempfindlichen Kindern konzentriert sich oft darauf, sie nach und nach sensorischen Reizen auszusetzen, damit sie lernen, diese zu tolerieren. Nach Ansicht von Mukherjee könnten die Ergebnisse seines Teams dazu beitragen, diese Therapien zu verbessern: „Wenn wir die Gehirnaktivitätsmuster eines einzelnen Kindes kennen und wissen, wie diese mit Emotionen und Verhalten zusammenhängen, können wir dies möglicherweise nutzen, um Behandlungen individuell anzupassen.“ (ej/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Teilkrankschreibung stößt auf Bedenken" Teilkrankschreibung stößt auf Bedenken Bisher gilt in der Regel: Wenn man krank ist, ist man krank. Künftig sollen Beschäftigte sich auch nur teilweise arbeitsunfähig melden können. Doch wie stehen Kassenärzte, Opposition und Sozialverbände dazu?
Mehr erfahren zu: "ADHS: Neue Packungsgröße für mehr Therapiekontinuität" Weiterlesen nach Anmeldung ADHS: Neue Packungsgröße für mehr Therapiekontinuität Seit Mitte April dieses Jahres steht das Methylphenidat(MPH)-Präparat Kinecteen® in einer neuen Packungsgröße zur Verfügung, die eine bessere Therapiekontinuität bei Patienten mit einer Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) unterstützen soll.
Mehr erfahren zu: "Schnellere Erholung nach Gehirnerschütterung" Schnellere Erholung nach Gehirnerschütterung Einer aktuellen Studie zufolge erholen sich Kinder deutlich schneller von einer Gehirnerschütterung, wenn sie frühzeitig eine multidisziplinäre Betreuung erhalten, die auf die Behandlung anhaltender Symptome ausgerichtet ist.