Signatur des Darmmikrobioms korreliert mit Migränerisiko und chronischen Verlaufsformen18. Oktober 2025 Symbolfoto: ©sdecoret/stock.adobe.com Migräne und Darm stehen in enger Verbindung: Eine neue Übersichtsarbeit zeigt, dass das Darmmikrobiom bei Migränepatienten verändert ist – und dass Probiotika und Synbiotika Anfälle und Schmerzmittelbedarf deutlich senken können. Es gibt zahlreiche Belege für einen Zusammenhang zwischen Migräne und gastrointestinalen (GI) Symptomen. Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom und Colitis ulcerosa treten häufig gemeinsam mit Migräne auf und GI-Symptome sind bei Migränepatienten weit verbreitet.Die Belege für die Wirksamkeit von Migränetherapien, die direkt auf das Darmmikrobiom abzielen, sind jedoch begrenzt. Übersichtsarbeit untersucht Zusammenhang systematisch Ziel einer Übersichtsarbeit war es, das Darmmikrobiom von Migränepatienten vs. gesunde Personen zu überprüfen. Zudem wurde der Einfluss von Präbiotika, Probiotika und Synbiotika, auf die klinischen Outcomes beurteilt. Grundlage der Analysen waren Literaturrecherchen in den Datenbanken Embase, PubMed und der Cochrane Library nach Studien über Migräne und das Darmmikrobiom. Die Forscher konzentrierten sich auf Arbeiten, welche die Zusammensetzung des Darmmikrobioms und speziell auf das Darmmikrobiom ausgerichtete Therapien untersuchten. Migränepatienten haben verändertes Darmmikrobiom Die Wissenschaftler konnten einen signifikanten Unterschied hinsichtlich der Mikroben-Gattungen zwischen Migränepatienten und Kontrollpersonen feststellen. Die Phyla-Gruppen Bacteroidetes bzw. Bacteroidota, Proteobacteria und Firmicutes bzw. Bacillota waren bei Migränepatienten signifikant häufiger nachweisbar. Das Darmmikrobiom von Personen mit Migräne wies außerdem eine geringere Artenzahl und relative Häufigkeit sowie eine andere bakterielle Zusammensetzung auf als das von Kontrollpersonen. Weiterhin verringerten synbiotische und synbiotisch-probiotische Kombinationsbehandlungen den Schweregrad, die Häufigkeit und Dauer der Migräne sowie die Einnahme von Schmerzmitteln deutlich. Die bei Migränepatienten beobachteten signifikanten Veränderungen der mikrobiellen Phyla lassen auf eine potenzielle mikrobielle Signatur schließen, die mit dem Migränerisiko oder einem chronischen Verlauf korrelieren. Weiterhin zeigte sich, dass probiotische und synbiotische/probiotische Kombinationstherapien vielversprechende Interventionen für die Migränebehandlung sein können, da sie die Häufigkeit der Migräne, aber auch den Schmerzmittelkonsum deutlich verringern können. (je/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "App zum Umgang mit chronischen Schmerzen: Ausgezeichnet mit dem Förderpreis für Schmerzforschung" App zum Umgang mit chronischen Schmerzen: Ausgezeichnet mit dem Förderpreis für Schmerzforschung Für die Entwicklung einer App-gestützten Nachbehandlung chronischer Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen wurde die Doktorandin Amelie Schmidt der Universität Witten/Herdecke mit dem Förderpreis für Schmerzforschung ausgezeichnet.
Mehr erfahren zu: "Augenreaktionen als Schlüssel: Wie VR-Therapie bei chronischen Schmerzen individueller werden könnte" Augenreaktionen als Schlüssel: Wie VR-Therapie bei chronischen Schmerzen individueller werden könnte Virtuelle Realität (VR) wird seit einigen Jahren als Behandlungsoption für Patienten mit chronischen Schmerzen erforscht. Britische Wissenschaftler arbeiten an einem Ansatz, mit dem VR-Sessions in Echtzeit individuell angepasst und somit […]
Mehr erfahren zu: "Helfen ergonomische Maßnahmen gegen arbeitsplatzbedingte Schmerzen?" Helfen ergonomische Maßnahmen gegen arbeitsplatzbedingte Schmerzen? Ein aktualisierter Cochrane-Review ergab bei Personen mit arbeitsbedingten Beschwerden in Nacken, Schultern oder Armen keinen klaren kurzfristigen Nutzen für ergonomische Maßnahmen. Die Evidenz ist jedoch nur von geringer bis moderater […]