Signatur des Darmmikrobioms korreliert mit Migränerisiko und chronischen Verlaufsformen

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Migräne und Darm stehen in enger Verbindung: Eine neue Übersichtsarbeit zeigt, dass das Darmmikrobiom bei Migränepatienten verändert ist – und dass Probiotika und Synbiotika Anfälle und Schmerzmittelbedarf deutlich senken können.

Es gibt zahlreiche Belege für einen Zusammenhang zwischen Migräne und gastrointestinalen (GI) Symptomen. Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom und Colitis ulcerosa treten häufig gemeinsam mit Migräne auf und GI-Symptome sind bei Migränepatienten weit verbreitet.
Die Belege für die Wirksamkeit von Migränetherapien, die direkt auf das Darmmikrobiom abzielen, sind jedoch begrenzt.

Übersichtsarbeit untersucht Zusammenhang systematisch

Ziel einer Übersichtsarbeit war es, das Darmmikrobiom von Migränepatien­ten vs. gesunde Personen zu überprüfen. Zudem wurde der Einfluss von Präbiotika, Probiotika und Synbiotika, auf die klinischen Outcomes beurteilt.

Grundlage der Analysen waren Literaturrecherchen in den Datenbanken Embase, PubMed und der Cochrane Library nach Studien über Migräne und das Darmmikrobiom. Die Forscher konzentrierten sich auf Arbeiten, welche die Zusammen­setzung des Darmmikrobioms und speziell auf das Darmmikrobiom ausgerichtete Therapien untersuchten.

Migränepatienten haben verändertes Darmmikrobiom

Die Wissenschaftler konnten einen signifikanten Unterschied hinsichtlich der Mikroben-Gattungen zwischen Migränepatienten und Kontrollpersonen feststellen. Die Phyla-Gruppen Bacteroidetes bzw. Bacteroidota, Proteobacteria und Firmicutes bzw. Bacillota waren bei Migränepatienten signifikant häufiger nachweisbar.

Das Darmmikrobiom von Personen mit Migräne wies außerdem eine geringere Artenzahl und relative Häufigkeit sowie eine andere bakterielle Zusammensetzung auf als das von Kontrollpersonen. Weiterhin verringerten synbiotische und synbiotisch-probio­tische Kombinationsbehandlungen den Schweregrad, die Häufigkeit und Dauer der Migräne sowie die Einnahme von Schmerzmitteln deutlich.

Die bei Migränepatienten beobachteten signifikanten Veränderungen der mikrobiellen Phyla lassen auf eine potenzielle mikrobielle ­Signatur schließen, die mit dem Migräne­risiko oder einem chronischen Verlauf korrelieren. Weiterhin zeigte sich, dass probiotische und synbiotische/probiotische Kombi­nationstherapien vielversprechende Interventionen für die Migräne­behandlung sein können, da sie die Häufigkeit der Migräne, aber auch den Schmerzmittelkonsum deutlich verringern können.

(je/BIERMANN)