Simultan an beiden Armen gemessener Blutdruck: Erhöhtes Schlaganfallrisiko bei mehr als 15 mmHg Differenz23. Juli 2018 © fineart-collection – fotolia.com Wie valide ist die Blutdruckdifferenz zwischen den Armen bei simultaner Messung, um Personen mit einem Knöchel-Arm-Druck-Index <0,90 zu identifizieren und künftige kardiovaskuläre Ereignisse vorherzusagen? Dieser Frage gingen Wissenschaftler um Dr. Hirofumi Tomiyama von der Medizinischen Universität Tokio in einer Meta-Analyse individueller Patientendaten nach. Sie sammelten Daten zu 13.317 Japanern aus 10 Kohorten (auf Basis der Allgemeinbevölkerung, Patienten mit kardiovaskulären Ereignissen in der Vorgeschichte und Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren). Tomiyama und seine Kollegen stellten fest, dass laut binärer logistischer Regressionsanalyse mit Anpassungen eine Blutdruckdifferenz >5 mmHg mit einer signifikanten Odds Ratio für das Vorliegen eines Knöchel-Arm-Druck-Index <0,90 assoziiert war (Odds Ratio 2,19; 95 %-Konfidenzintervall 1,60–3,03; P<0,01). Von den 11.726 Personen ohne kardiovaskuläre Erkrankung in der Vorgeschichte erlitten 249 während einer durchschnittlichen Nachbeobachtung von 7,4 Jahren einen Schlaganfall. Eine Blutdruckdifferenz zwischen den Armen >15 mmHg war mit einer signifikanten Cox-stratifizierten adjustierten Hazard Ratio für einen nachfolgenden Schlaganfall assoziiert (Hazard Ratio 2,42; 95 %-Konfidenzintervall 1,27–4,60; P<0,01). Daher sind möglicherweise Blutdruckdifferenzen zwischen den Armen – simultan an beiden Armen gemessen – mit vaskulären Schäden im (systemischen) Arterienbaum assoziiert. Fazit Diese Unterschiede könnten nützlich sein, um Personen mit einem Knöchel-Arm-Druck-Index <0,90 in der Studienpopulation insgesamt zu identifizieren, schreibt das Team. Auch könnten sie bei Personen ohne kardiovaskuläre Erkrankung in der Vorgeschichte ein zuverlässiger Prädiktor künftiger Schlaganfälle sein. „Diese Befunde sprechen für die Empfehlung, bei der Erstvorstellung den Blutdruck an beiden Armen zu messen“, schließen die Autoren. Autoren: Tomiyama H et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Simultaneously Measured Interarm Blood Pressure Difference and Stroke: An Individual Participants Data Meta-Analysis Quelle: Hypertension 2018;71(6):1030-1038. Web: dx.doi.org/10.1161/HYPERTENSIONAHA.118.10923
Mehr erfahren zu: "Langzeitdaten zur okulären Hypertension: Die Rolle der OCT-Analyse" Langzeitdaten zur okulären Hypertension: Die Rolle der OCT-Analyse Die Ocular Hypertension Treatment Study (OHTS) zählt zu den wichtigsten Langzeitstudien in der Glaukomforschung. Ein neuer Bericht mit OCT-Daten zeigt nun, dass das OCT ein wichtiges Instrument zur Überwachung bei […]
Mehr erfahren zu: "Frühgeborenenretinopathie und Strabismus: Therapie als Risikofaktor?" Frühgeborenenretinopathie und Strabismus: Therapie als Risikofaktor? Frühgeborene mit Frühgeborenenretinopathie (Retinopathia praematurorum, ROP) haben ein erhöhtes Risiko für spätere Augenerkrankungen. Eine Behandlung der ROP kann das Strabismusrisiko erhöhen.
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Statine könnten das Erkrankungsrisiko senken" Glaukom: Statine könnten das Erkrankungsrisiko senken Die Einnahme von Statinen steht im Zusammenhang mit einem geringeren Risiko, an einem Glaukom zu erkranken. Zudem könnte die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten der Erkrankung herabgesetzt werden. Darauf deuten die […]