Spät versus früh auftretendes Kolorektalkarzinom: Keine Unterschiede in der Tumorbiologie18. August 2021 Abbildung: © Anatomy Insider/stock.adobe.com Ergebnisse einer neuen Studie aus den USA deuten darauf hin, dass ein früh im Leben auftretender Darmkrebs sich als Erkrankung nicht von einem Darmkrebs unterscheidet, der in einem dafür durchschnittlichen Alter beginnt. Darmkrebs wird am häufigsten bei Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren diagnostiziert. In den USA sind die Inzidenz- und Sterblichkeitsraten im Zusammenhang mit Darmkrebs seit den 1970er-Jahren deutlich zurückgegangen, vermutlich aufgrund eines verstärkten Screenings und besserer Behandlungsmöglichkeiten. Allerdings ist zu beobachten, dass die Darmkrebsinzidenz seit Mitte der 1990er-Jahre unter Personen, die jünger sind als 50 Jahre, jährlich um ein bis zwei Prozent steigt. Bis 2030, so haben Experten berechnet, werden 10,9 Prozent aller Kolonkarzinome und 22,9 Prozent aller Rektumkarzinome Patientinnen und Patienten im Alter unter 50 Jahren betreffen – verglichen mit 4,8 beziehungsweise 9,5 Prozent im Jahr 2010. In vielen Regionen der Welt ist ein ähnlicher Anstieg der Darmkrebsinzidenz unter Menschen mittleren Alters beobachtet worden. Einiges deutet darauf hin, dass eine westlich geprägte Ernährung, die Verwendung von Maissirup mit hohem Fruktosegehalt, synthetischer Farbstoffe und Wachstumshormone i der Lebensmittelkette sowie Adipositas und Stress zu früh auftretendem Kolorektalkrebs führen können. In älteren Studien hatten sich zwar Hinweise darauf ergeben, dass ein früh auftretender Darmkrebs von Natur aus aggressiver ist, doch zusätzliche Therapien davon betroffener Personen scheint diesen keinen Überlebensvorteil zu bringen. Die Autorinnen und Autoren der aktuellen Studie analysierten Daten von Patientinnen und Patienten, die zwischen 2014 und 2019 im Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York (USA) wegen eines Kolorektalkarzinoms behandelt worden waren. Dabei verglichen sie die Tumorbiologie von 759 Fällen mit früh aufgetretenem Kolorektalkrebs mit der von 687 Patientinnen und Patienten, bei denen die entsprechende Diagnose später im Leben gestellt worden war. Die Forschenden berücksichtigten bei ihren Vergleichen auch die Lage des Tumors, die Symptome zum Zeitpunkt der Diagnose, das Risiko der Betroffenen für einen erblich bedingten Darmkrebs und andere molekulare Merkmale des Tumors. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten fest, dass der Tumor bei Personen mit früh aufgetretenem Kolorektalkrebs mit höherer Wahrscheinlichkeit auf der linken Körperseite lag. Die Patientinnen und Patienten mit einer frühen Erkrankung litten außerdem häufiger an rektalen Blutungen und Bauchschmerzen und besaßen ein höheres Risiko für eine erbliche genetische Prädisposition für die Erkrankung. Im Hinblick auf die genetischen Merkmale der Tumore und das Ansprechen auf eine Therapie bei fortgeschrittener Erkrankung jedoch unterschieden sich die beiden Patientengruppen nicht, wie die Forschenden berichten. Dies deute darauf hin, dass sich ein früh auftretender Kolorektalkrebs biologisch nicht von einem in einem durchschnittlichen Alter beginnenden Darmkrebs unterscheidet und eine aggressivere Behandlung bei einer früh einsetzenden Erkrankung weder notwendig noch effektiver ist.
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