Speiseröhrenkrebs: Infektiöse Bakterien im Mund als Risikofaktoren29. Mai 2021 © gradt – stock.adobe.com (Symbolbild) Japanische Wissenschaftler haben die Eigenschaften der oralen Mikrobiota und parodontale Bedingungen als klinisch-pathologische Faktoren bei Patienten mit Speiseröhrenkrebs untersucht. Zum Hintergrund ihrer Studie erläutern sie, dass hohe Konzentrationen von parodontopathischen Bakterien sowie Streptococcus anginosus in Tumorgewebe von Patienten mit Speiseröhrenkrebs festgestellt worden seien. Auch sei bereits über einen Zusammenhang zwischen oralen infektiösen Bakterien und Speiseröhrenkrebs berichtet worden. In ihre Untersuchung schlossen sie 61 Patienten mit Speiseröhrenkrebs und 62 passende Personen ohne Krebs ein. Anhand von Proben des subgingivalen Zahnbelags und nicht stimulierten Speichels bewertete das Team um Dr. Machiko Kawasaki von der Tokyo Medical and Dental University in Japan Prävalenz und Mengen der folgenden oralen Bakterien unter Verwendung eines Echtzeit-Polymerasekettenreaktions-Assays: Aggregatibacter actinomycetemcomitans, Fusobacterium nucleatum, Porphyromonas gingivalis, Prevotella intermedia, Tannerella forsythia, Treponema denticola und S. anginosus. „Interessanterweise waren 5/7 Krankheitserreger im Zahnbelag der Krebspatienten häufiger als bei gesunden Kontrollen, wobei die Detektionsraten von 6/7 Krankheitserreger bei Krebspatienten signifikant höher waren“, erklärte Seniorautor Dr. Satoshi Miyake laut einem im Januar erschienenen Bericht der „ASCO Post“. „Andererseits waren nur 2/7 Krankheitserreger, A. actinomycetemcomitans und S. anginosus, im Speichel der Krebspatienten häufiger.“ So stellten die Wissenschaftler fest, dass in der Krebsgruppe die Prävalenz aller Bakterien mit Ausnahme von F. nucleatum in Zahnbelag, die Prävalenz von A. actinomycetemcomitans im Speichel, die Mengen aller Bakterien mit Ausnahme von F. nucleatum und P. intermedia im Zahnbelag und die Mengen von A. actinomycetemcomitans und S. anginosus im Speichel signifikant höher waren. Darüber hinaus ergab eine logistische Regressionsanalyse, dass die Prävalenz von T. forsythia und S. anginosus in Zahnbelag und von A. actinomycetemcomitans im Speichel sowie Alkoholkonsum mit einem hohen Risiko für Speiseröhrenkrebs verbunden waren, bei einer hohen OR. Fazit Diese Ergebnisse hätten potenzielle Auswirkungen auf die Früherkennung von Speiseröhrenkrebs, ordnen die AutorInnen ein. (sf) Autoren: Kawasaki M et al. Korrespondenz: Yuichi Ikeda; [email protected] Studie: Oral infectious bacteria in dental plaque and saliva as risk factors in patients with esophageal cancer Quelle: Cancer 2021;127(4):512–519; The ASCO Post, 21.01.2021 Web: https://doi.org/10.1002/cncr.33316
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