Speiseröhrenkrebs: Körpereigene Abwehr hilft bei der Therapie19. Mai 2025 Gedächtnis-T-Zellen (rot) und Killer-T-Zellen (lila) sind gemeinsam direkt in der Nähe von Krebszellen (gelb). Diese Immunzellen „kennen“ Tumorzellen von früheren Kontakten und können sie schnell und effektiv bekämpfen. Grün: Bindegewebe. (Abbildung: © Universitätsklinikum Freiburg / Bertram Bengsch, Martin Borgmann, Michael Quante) Bei Patienten mit Speiseröhrenkrebs entscheidet nicht nur die Chemotherapie, sondern vor allem das Immunsystem über den Erfolg der Behandlung. Das zeigt eine jetzt veröffentlichte Studie unter maßgeblicher Beteiligung des Universitätsklinikums Freiburg. Die Forschenden fanden heraus: Wenn körpereigene Abwehrzellen – insbesondere T-Zellen – aktiv bleiben, ist die Chance auf eine erfolgreiche Therapie deutlich höher. Erscheint das Immunsystem hingegen geschwächt oder blockiert, spricht der Tumor häufig schlecht auf die Behandlung an. „Unsere Daten zeigen, dass die Reaktion des Immunsystems entscheidend mitbestimmt, wie gut eine Therapie wirkt – selbst wenn der Tumor sich genetisch kaum verändert“, erklärt Co-Studienleiter Prof. Michael Quante, Leiter des Zentrums Gastrointestinale Tumore der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Freiburg. Tumor bleibt gleich – Umgebung verändert sich Für die Studie wurden Gewebeproben von 27 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs untersucht. Alle hatten eine neoadjuvante Therapie erhalten. Dabei zeigte sich: Die Krebszellen selbst blieben erstaunlich stabil. Die Veränderungen fanden vor allem im Umfeld des Tumors statt – in den Immunzellen, dem Bindegewebe und den Signalwegen zwischen Zellen.Besonders auffällig war: In Tumoren, die schlecht auf die Therapie ansprachen, fanden die Wissenschaftler Hinweise auf eine Immunflucht. Dabei verändert der Krebs bestimmte Oberflächenmerkmale, um vom Immunsystem nicht mehr erkannt zu werden. Auch hemmende Signale wie das Molekül PD-L1 waren bei diesen Patienten erhöht – sie gelten als mögliche Ziele für moderne Immuntherapien. Perspektiven für neue Kombinationstherapien Die Untersuchung wurde im Rahmen der MEMORI-Studie durchgeführt, an der mehrere Standorte des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) beteiligt waren – darunter München, Freiburg und Essen. Eine zentrale Komponente der Studie war die Analyse der Tumorevolution unter Therapie mittels Gensequenzierung, die zusammen mit Co-Studienleiter Prof. Trevor Graham, Direktor des Centre for Evolution and Cancer am Institute of Cancer Research in London (Großbritannie), im Rahmen eines Krebshilfe Mildret Scheel Stipendiums für Dr. Melissa Barroux durchgeführt wurde.Die Ergebnisse liefern laut den Autoren wichtige Hinweise, wie Immunantworten frühzeitig erkannt und in der Zukunft gezielt unterstützt werden könnten – etwa durch Kombinationen von Chemotherapie immunaktivierenden Medikamenten. Ziel ist es, Therapien für Patienten mit Speiseröhrenkrebs wirksamer und besser steuerbar zu machen.
Mehr erfahren zu: "RAS-gerichtete Therapie verbessert Überleben bei metastasiertem Pankreaskarzinom" RAS-gerichtete Therapie verbessert Überleben bei metastasiertem Pankreaskarzinom Die zielgerichtete RAS-Therapie mit Daraxonrasib verlängerte in der Phase-3-Studie RASolute 302 das mediane Gesamtüberleben bei metastasiertem Pankreaskarzinom gegenüber einer Standardchemotherapie. Eine ergänzende Analyse zeigt Vorteile über verschiedene RAS-Mutationsgruppen hinweg.
Mehr erfahren zu: "Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Heidelberg unter neuer Leitung" Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Heidelberg unter neuer Leitung Seit 1. September 2026 ist Prof. Jun Oh Ärztlicher Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg. Zusammen mit der Klinikleitung hat der Transplantationsmediziner auch die neu eingerichtete […]
Mehr erfahren zu: "Ernährung in der Schwangerschaft mit Koliken und Ekzem beim Säugling assoziiert" Ernährung in der Schwangerschaft mit Koliken und Ekzem beim Säugling assoziiert Die Ernährung in der Schwangerschaft könnte mit dem gemeinsamen Auftreten von Ekzem und Koliken beim Säugling zusammenhängen. Darauf deuten Daten der Project-Viva-Studie aus den USA hin.