Stammzelltherapie: Mäuse können wieder riechen12. Juli 2019 Foto: ©Tran-Photography/Adobe Stock In einem Mausmodell für den Verlust des Geruchssinns konnte eine in der Nase angewendete Stammzelltherapie den Geruchssinn der Mäuse wiederherstellen. Laut den Autoren belegt die Studie grundsätzlich die Durchführbarkeit der Therapie. „Dies ist das erste Modell für den Verlust des Geruchssinns, das eine Erholung aufgrund einer Stammzelltherapie belegt“, kommentiert Senior-Autor Bradley Goldstein von der University of Miami Miller School of Medicine (USA) die Studienergebnisse. Dabei sei es wichtig zu verstehen, dass noch viele Fragen geklärt werden müssten, ehe die Anwendung der Therapie am Menschen in Frage kommt. Trotzdem liefere die Studie genügend Belege, um den Ansatz weiter zu verfolgen, so Goldstein weiter. In den USA ist der Geruchssinn bei etwa 12 Prozent der Bevölkerung beeinträchtigt. Gründe sind etwa eine altersbedingte Abnahme, Schädigung in Folge eine Virusinfektion, Kopftrauma oder genetische Störungen, die die olfaktorischen Neuronen betreffen. Oft sind Beeinträchtigungen des Geruchssinns permanent und es gibt kaum Behandlungsoptionen. Kürzliche veröffentlichte Studien an Mäusen konnten das Potenzial einer viralen Gentherapie zur Wiederherstellung des Geruchssinns zeigen. Allerdings ist eine virale Gentherapie üblicherweise nur auf bestimmte Bedingungen zugeschnitten. Im Gegensatz dazu, verspricht die Zellersatztherapie eine Wiederherstellung der olfaktorischen Funktion – für eine Reihe von Ursachen eines geschädigten Geruchssinns. „Es gibt Belege dafür, dass die mangelnde Fähigkeit beschädigte oder fehlende olfaktorische Neuronen zu ersetzen, zu vielen Formen eines erworbenen Verlusts des Geruchssinns beiträgt“, erklärt Goldstein. „Daher rührt unser Interesse einen auf der Zellersatztherapie basierenden Ansatz zum Ersatz olfaktorischer Neuronen zu prüfen.“ Um diese Idee zu testen, haben Goldstein und sein Team ein genetisches Mausmodell entwickelt, bei dem die betroffenen Mäuse aufgrund beschädigter olfaktorischer Neuronen nicht riechen können. Bei den modifizierten Mäusen verursachte die Deletion des Ift88-Gens einen Mangel an Zilien, die für die Geruchswahrnehmung verantwortlich sind. Dann applizierten die Forscher Flüssigkeitstropfen in die Nasen der Mäuse, die globuläre Basalzellen enthielten – ein Pool von Stammzellen, aus dem alte oder beschädigte olfaktorische Neuronen im Laufe des Lebens ersetzt werden. Die Forscher konnten zeigen, dass die transplantierten adulten Stammzellen, reife und funktionale olafktorische, sensorische Neuronen im olfaktorischen Epithel der Nasenhöhle produzierten. Die aus den transplantierten Stammzellen stammenden Neuronen bildeten Axone zum olfaktorischen Bulbus. Sie konnten den Geruchssinn erfolgreich wiederherstellen: Mäuse ohne lf88-Gen, die die Stammzellentherapie erhalten hatten, reagierten normal auf einen abstoßenden Geruch, während Mäuse, die die Therapie nicht erhalten hatten, dieses Verhalten nicht zeigten. Es gab keine Belege für ein Tumorwachstum während des Studienzeitraums, was nach Ansicht der Autoren auf die Sicherheit der Therapie hinweist. „Wir waren überrascht, dass sich die Stammzellen so robust in die Nasenschleimhaut der Mäuse verplfanzen ließen“, so Golstein. „Für die Anwendung am Menschen, wäre das Haupthindernis geeignete Stammzellen zu finden. Diese sollten das Potenzial haben, gut transplantierbar zu sein und olfaktorische senosorische Neuronen auszubilden, mit Axonen zum sensorischen Bulbus.“ Außerdem müsse genauer definiert werden, für welche klinischen Probleme die Therapie geeignet ist. In weiteren Studien wollen Goldstein und sein Team genauer definieren, welche spezifischen Probleme einen erworbenen Verlust des Geruchssinns verursachen. (red/ja)
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