Welche Stämme von Staphylococcus aureus sind für Frühgeborene am gefährlichsten?18. Februar 2026 Petrischale mit Staphylococcus-Aureus-Kulturen. (Foto: © DOUGLAS – stock.adobe.com) Forschende des Children’s Hospital of Philadelphia (CHOP; USA) haben untersucht, welche Stämme von Staphylococcus aureus häufig in Neugeborenen-Intensivstationen übertragen werden und welche am ehesten invasive und schwere Infektionen verursachen. Obwohl Staphylococcus aureus in der Regel harmlos ist, können bestimmte Stämme des Bakteriums schwere Blutbahninfektionen und Lungenentzündungen verursachen. Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass in den USA jede vierte im Gesundheitswesen erworbene Infektion bei sehr frühgeborenen Säuglingen auf Staphylokokken zurückzuführen war. Im Rahmen eines Monitoringprogrammes am CHOP nehmen Pflegende alle zwei Monate Nasenabstriche von Babys der Neugeborenen-Intensivstation (NICU), um sie auf S. aureus zu testen. Derzeit gibt es jedoch kaum Erkenntnisse darüber, wann mit der Überwachung begonnen oder aufgehört werden sollte, wie häufig getestet werden sollte und welche Patienten besonders genau überwacht werden sollten. Mehr invasive Erkrankungen durch MSSA „Staphylokokken sind ein kritischer humanpathogener Erreger und eine Hauptursache für schwere Infektionen bei unseren am stärksten gefährdeten Säuglingen“, sagte der Co-Seniorautor der Studie, Joseph Zackular, PhD, Wissenschaftler in der Abteilung für Pathologie und Labormedizin und Co-Direktor des Zentrums für Mikrobiologische Medizin am CHOP. Um neue Strategien zur Prävention und Bekämpfung invasiver Staphylokokkeninfektionen bei Hochrisikokindern zu identifizieren, analysierten die Forschenden über einen Zeitraum von drei Jahren alle in dieser Zeitspanne auftretenden Infektionen. Die Gesamtgenomsequenzierung ergab, dass gemeinsam genutzte Räume, Pflegekräfte und physische Nähe wichtige Faktoren für die Übertragung von Staphylokokken zwischen den Kindern waren. Eine stabile Besiedlung durch zwei Stämme von Staphylokokken, MSSA (Methicillin-sensibler S. aureus) und MRSA (Methicillin-resistenter S. aureus), trat in allen Bereichen der Neugeborenen-Intensivstation auf. Die Analyse von mehr als 1000 Staphylokokken-Genomen ergab stammspezifische Persistenz- und Besiedlungsmuster, wobei MSSA mehr Besiedlung und invasive Erkrankungen verursachte als MRSA. Bestimmte Staphylokokken-Stämme gezielt bekämpfen „Unsere Studie gezeigt, dass bestimmte Staphylokokken-Stämme ein deutlich höheres Risiko darstellen, da sie leichter übertragbar und potenziell invasiver sind. Dies legt nahe, dass eine wirksamere Präventionsstrategie darin bestehen könnte, die Stämme, die die meisten Infektionen verursachen, zu isolieren und gezielt zu bekämpfen“, erklärte der Co-Autor der Studie, Ahmed M. Moustafa, PhD, Wissenschaftler in der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung sowie Sequenzierungsleiter des CHOP-Mikrobiomzentrums. „Diese Studie zeigt einen Weg für Echtzeit-Interventionen und eine verbesserte Überwachung auf, von denen wir hoffen, dass sie in Neugeborenen-Intensivstationen im ganzen Land umgesetzt werden können und die Gesundheit und Sicherheit von Frühgeborenen verbessern“, erklärte der Co-Seniorautor der Studie, Paul J. Planet, MD, PhD, Co-Direktor des Zentrums für Mikrobiologie am CHOP. (ej/BIERMANN)
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