Studie: Kinderwagen senkt Verletzungsrisiko beim Joggen14. August 2026 Bild: natapetrovich – stock.adobe.com Eltern, die mit dem Kinderwagen joggen, verletzen sich deutlich seltener als Läufer ohne Wagen. Eine Studie zeigt: Hinter diesem Schutzeffekt stecken verschiedene Gründe. Joggen mit Kinderwagen senkt einer Studie zufolge das Verletzungsrisiko erheblich. Das geht aus einer Analyse von insgesamt 250 Elternteilen hervor, von denen fast 200 regelmäßig mit Kinderwagen unterwegs liefen. Die meisten Teilnehmenden – in der Kinderwagen-Gruppe 90 Prozent, in der anderen 73 Prozent – waren Frauen. Dabei entdeckte das Team um Allison Altman-Single von der Pennsylvania State University in Reading eine überraschende Tendenz. Während in der Kontrollgruppe 30 Prozent der Laufenden von Überlastungsverletzungen berichteten, waren es in der Gruppe der Kinderwagen-Jogger nur 19 Prozent. Umgerechnet auf die Laufleistung verzeichneten die Buggy-Läufer 0,19 Verletzungen pro 1000 Meilen (gut 1600 Kilometer), während dieser Wert in der Vergleichsgruppe mit 0,42 mehr als doppelt so hoch lag. Kinderwagen dient als Stoßdämpfer Die Wissenschaftler führen dies im Journal „PLOS One“ auf biomechanische Faktoren zurück. Durch den Druck auf den Haltegriff des Wagens werde ein Teil der Aufprallkräfte auf die Räder übertragen, was die Beine entlaste. Zudem fördere das Schieben eine gleichmäßigere Schrittfrequenz und eine bessere Regulierung des Tempos, was die Gelenke zusätzlich schone. Trotz des insgesamt geringeren Risikos war die Art der Verletzungen in beiden Gruppen ähnlich. Am häufigsten berichteten die Teilnehmenden über eine Plantarfasziitis, also eine Entzündung der Sehnenplatte unter der Fußsohle. Die Forscher vermuten hierbei einen Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen nach der Schwangerschaft, die das Bindegewebe elastischer und damit anfälliger machen könnten. Vorsicht bei Neugeborenen Die Autoren unterstreichen zudem wichtige Sicherheitsaspekte: In den ersten sechs Lebensmonaten des Kindes joggten die meisten Teilnehmer eher ohne Wagen. Experten raten hier zur Vorsicht, da Säuglinge in diesem Alter ihren Kopf oft noch nicht selbstständig stabilisieren können. Die intensivste Phase des Kinderwagen-Joggens lag im Zeitraum, in dem die Kinder zwischen zwölf und 36 Monate alt waren. Die Autoren der Studie räumen ein, dass es sich um eine Befragung handelt, die überwiegend von Frauen beantwortet wurde. Zudem lag die Elternschaft teilweise schon etliche Jahre zurück. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass die Läufer während der vergangenen 20 Jahre ein Kind im Alter von null bis drei Jahre hatten und in den letzten 2,5 Jahren dieses Zeitraums gejoggt waren. Sie gaben zudem an, wie viel sie gelaufen waren und welche Verletzungen sie erlitten hatten. Trotz dieser Einschränkungen biete die Untersuchung wertvolle Erkenntnisse, unterstreicht das Team: Laufen mit Kinderwagen sei eine sichere und gesundheitsfördernde Möglichkeit für junge Eltern, trotz familiärer Verpflichtungen körperlich aktiv zu bleiben. Originalarbeit: Houn GK et al. Injury risk and running habits in parents: Does stroller use make a difference? PLoS One 2026;21(8):e0354371. doi: 10.1371/journal.pone.0354371. Auch interessant:Walken – Joggen – Marathon: Welche Laufschuhe sind für Gelenke und Wirbelsäule die besten?
Mehr erfahren zu: "Gassen zum BStabG: „Wir werden eine Zäsur in der Versorgung Gesetzlich Krankenversicherter erleben“" Gassen zum BStabG: „Wir werden eine Zäsur in der Versorgung Gesetzlich Krankenversicherter erleben“ Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, hat das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin scharf kritisiert.
Mehr erfahren zu: "„Die Praxen müssen die Hoheit über ihre Terminorganisation behalten“" „Die Praxen müssen die Hoheit über ihre Terminorganisation behalten“ Eine Digitalisierung, die Praxen entlastet und die Versorgung verbessert, forderte Dr. Sibylle Steiner, Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin am 4. September.
Mehr erfahren zu: "Handyspiel-Sucht und Schmerzen des Bewegungsapparats: Medizinstudierende als Hochrisikogruppe?" Handyspiel-Sucht und Schmerzen des Bewegungsapparats: Medizinstudierende als Hochrisikogruppe? Eine auf der Befragung von Medizinstudierenden in Jordanien basierende Studie zeigt: Studierende, die die Kriterien für eine Handyspiel-Sucht erfüllen, leiden mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit unter Schmerzen im Nacken, im oberen […]