Studie zur Asthmatherapie: Sprachbarrieren müssen stärker berücksichtigt werden2. Dezember 2025 Abbildung: © Samoresh/stock.adobe.com In einer retrospektiven Untersuchung aus den USA hat sich bestätigt, dass Verständigungsschwierigkeiten zwischen Arzt und Patient die Asthmatherapie erheblich beeinträchtigen können. Die Verfasser der aktuellen Publikation beobachteten in ihrer Studie bei Patienten, die nur schlecht Englisch sprachen und verstanden, ungünstigere Behandlungs-Outcomes. Lösungsansätze sind vorhanden Die Wissenschaftler fordern daher eine stärkere Priorisierung dieses Themenfeldes in den Gesundheitssystemen. Zur Lösung solcher sich auf die Therapieergebnisse auswirkender Probleme schlagen sie den Einsatz professioneller Dolmetscher, eine zweisprachige Ausbildung von Medizinern sowie technologische Ansätze wie zum Beispiel auf Künstlicher Intelligenz basierende Übersetzungsmodelle vor. Die Studienautoren werteten Daten von 28.346 Patienten im Alter von mindestens 12 Jahren aus, die an Asthma litten. Basierend auf der Sprachpräferenz, die in den elektronischen Patientenakten festgehalten war, teilte man diese Patienten in eine englischsprachige bzw. nicht englischsprachige Gruppe ein. Die Outcomes der Asthmatherapie ermittelten die Forschenden anhand von Asthma-Kontrolltests (ACT), Lungenfunktionsprüfungen und der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen (ambulante Arztkontakte, Vorstellung in einer Notfallaufnahme bzw. Krankenhausaufenthalte). Patientenakten von Muttersprachlern sind vollständiger Es stellte sich heraus, dass in den Patientenakten Englisch sprechender Personen häufiger ACT-Werte (OR 1,43; 95%-KI 1,11–1,83) und Ergebnisse von Lungenfunktionstests (OR 1,75; 95%-KI 1,31–2,31) vermerkt waren. Patienten, die nicht Englisch sprachen, wiesen häufiger unkontrolliertes Asthma (ACT ≤20; OR 4,3; 95 %-KI 2,61–7,09) und eine geringere Ein-Sekunden-Kapazität auf (Mittelwert 70,7 vs. 78,4; p=0,007). Nicht Englisch sprechende Patienten nahmen seltener ambulante Behandlungen in Anspruch (OR 2,00; 95 %-KI 1,56–2,57), stellten sich aber häufiger in einer Notaufnahme vor (OR 1,36; 95 %-KI 1,17–1,58). Die Hospitalisierungsraten waren in beiden Gruppen vergleichbar. (ac)
Mehr erfahren zu: "Grippeimpfung in der Schwangerschaft schützt Mutter und Neugeborenes" Grippeimpfung in der Schwangerschaft schützt Mutter und Neugeborenes Nur 23 Prozent der Schwangeren waren in der Saison 2024/2025 gegen Grippe geimpft. Dabei schützt die Grippeimpfung nicht nur die werdende Mutter vor schweren Krankheitsverläufen, sondern kann auch dem Neugeborenen […]
Mehr erfahren zu: "DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten" DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten Moderne Medikamente können bei Adipositas nicht nur das Körpergewicht reduzieren, sondern auch das Risiko schwerer Folgeerkrankungen senken. Dennoch müssen Betroffene die Behandlung bislang meist selbst bezahlen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft […]
Mehr erfahren zu: "Akutes Atemversagen: Carbocistein und inhalative hypertone Kochsalzlösung verkürzen Beatmungszeit nicht" Akutes Atemversagen: Carbocistein und inhalative hypertone Kochsalzlösung verkürzen Beatmungszeit nicht Bei schwer kranken Patienten mit akutem respiratorischem Versagen verkürzten weder Carbocistein noch inhalative hypertone Kochsalzlösung die Dauer der maschinellen Beatmung signifikant. Beide Interventionen waren in der multizentrischen Studie MARCH jedoch […]