Syphilis vor Schwangerschaft mit erhöhten Risiken assoziiert

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Selbst Frauen mit adäquat behandelter Syphilis vor Eintritt einer Schwangerschaft haben offenbar ein deutlich erhöhtes Risiko für eine kongenitale Syphilis sowie für eine erneute Syphilisinfektion der Mutter während der Schwangerschaft. Darauf deutet eine aktuelle Studie im Fachjournal „Obstetrics & Gynecology“ hin.

Die Forschungsgruppe führte eine retrospektive Kohortenstudie durch, die Schwangerschaften in einem großen Krankenhausverbund im Süden der USA im Zeitraum von Januar 2015 bis Dezember 2023 umfasste. Insgesamt wurden 57.925 Schwangerschaften ausgewertet, darunter 382 Frauen (0,66 %) mit einer vor der Schwangerschaft adäquat behandelten Syphilis. Für den Vergleich mit Frauen ohne entsprechende Vorgeschichte erfolgte ein Propensity-Score-Matching, das unter anderem das Alter der Mutter, den regionalen Deprivationsindex, Tabakkonsum, Krankenversicherung, die Anzahl der Vorsorgeuntersuchungen und das Gestationsalter berücksichtigte.

Fast 20-fach höhere Wahrscheinlichkeit für kongenitale Syphilis

Primärer Endpunkt war das Auftreten einer kongenitalen Syphilis. Dabei wurden sowohl laborbestätigte als auch wahrscheinliche Fälle nach den Kriterien der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC berücksichtigt. Zu den sekundären Endpunkten gehörte unter anderem eine Syphilisinfektion der Mutter während der Schwangerschaft.

Eine kongenitale Syphilis trat bei 26 der 382 Schwangerschaften (6,8 %) auf, bei denen die Mutter vor der Schwangerschaft eine adäquat behandelte Syphilis gehabt hatte. Bei den Frauen ohne entsprechende Vorgeschichte lag die Rate nur bei 40 von 57.543 Schwangerschaften (0,1 %; adjustierte Odds Ratio 19,61; 95 %-KI 4,57–84,25). Dies entspricht 6806 Fällen pro 100.000 Lebendgeburten gegenüber 70 pro 100.000 Lebendgeburten.

Auch mütterliche Reinfektionen deutlich häufiger

Eine erneute Syphilisinfektion der Mutter während der Schwangerschaft trat bei 68 von 382 Frauen (17,8 %) mit vorausgegangener behandelter Syphilis auf, verglichen mit 258 von 57.543 Frauen (0,4 %) ohne entsprechende Vorgeschichte einer Syphilis (aOR 11,92; 95 %-KI 5,89–24,10).

„Die Ergebnisse stellen die Annahme infrage, dass eine frühere erfolgreiche Behandlung ausreichend vor diesen Risiken schützt, und sprechen für eine intensivierte Überwachung dieser Hochrisikogruppe“, schreiben die Autoren um Dr. J. Drew Toppin von der Division of Maternal Fetal Medicine, Ochsner Health, New Orleans. (nec/lj)