Tatort Schizophrenie: 30 Gene unter Verdacht4. April 2019 Baseler Forscher haben 30 Gene identifiziert, die im Zusammenhang mit Schizophrenie stehen. (Bild: Universität Basel, Biozentrum) Eine Forschungsgruppe des Biozentrums der Universität Basel hat 30 Gene identifiziert, die im Zusammenhang mit Schizophrenie stehen. Das Team konnte aufzeigen, welche krankhaften Veränderungen im Gehirn und Verhaltensauffälligkeiten durch die Gene ausgelöst werden. Das Forschungsteam von Prof. Alex Schier, Direktor des Biozentrums der Universität Basel und derzeit noch Forschungsgruppenleiter an der Harvard University in Cambridge, untersuchte in seiner Studie insgesamt 132 Gene, die mit Schizophrenie in Verbindung stehen. Bei 30 Genen ließ sich der Ursprungsverdacht erhärten. In Zebrafischen konnten die Forscher nachweisen, dass Fehler in diesen Genen die Entwicklung oder Funktion des Gehirns beeinträchtigen und zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Regionen im Erbgut unter Verdacht “Von den 132 Verdächtigen auf der Anklagebank konnten wir letztlich für 30 Gene ein genaueres Täterprofil erstellen”, sagte Schier. “Zu den Tätern gehört zum Beispiel der Transkriptionsfaktor znf536, der die Entwicklung des Vorderhirns steuert. Diese Gehirnregion beeinflusst unser soziales Verhalten und die Verarbeitung von Stress.” Das Forschungsteam hat dabei nicht nur die Bedeutung der einzelnen Gene entschlüsselt, sondern auch eine Landkarte aller untersuchter Gene mit den jeweiligen Folgeerscheinungen für das Gehirn erstellt. “Offen bleibt die Frage, wie die einzelnen Gene Schizophrenie auslösen”, sagte Schier.” Dazu könnte man untersuchen, ob die von uns identifizierten Gene bei Patienten zu ähnlichen Veränderungen im Gehirn führen wie beim Zebrafisch.” Diese Gene und Hirnregionen könnten dann neue Angriffsziele für medikamentöse Therapien werden. Originalpublikation: Thyme S. B. et al.: Phenotypic landscape of schizophrenia-associated genes defines candidates and their shared functions. Cell, 28. März 2019
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