Testung auf Keimbahnmutationen beim nichtmuskelinvasiven Blasenkarzinom könnte von Nutzen sein19. Dezember 2022 Genmutation (Punktmutation), künstlerische Darstellung. Grafik: Artur – stock.adobe.com Die Ergebnisse einer neuen US-Studie sprechen dafür, allen Patienten mit hochgradigem Blasenkarzinom eine Beratung und Testung auf Keimbahnmutationen anzubieten. Die Identifikation erblicher Keimbahnvarianten könnte ein personalisiertes Screening, Prävention und Behandlung von Krebserkrankungen ermöglichen, schreiben die Autoren vom Urologic Oncology Service am Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York City, USA, im Journal „Clinical Cancer Research“. In ihrer Studie analysierten sie Tumor- sowie normale Sequenzierungsdaten von 2 verschiedenen Patientenkohorten mit nichtmuskelinvasivem Blasenkarzinom (NMIBC) auf pathologische oder wahrscheinlich pathologische Keimbahnmutationen in mindestens 76 Genen, die für Krebs prädisponieren können. Sie berichten, dass pathologische Keimbahnvarianten in beiden NMIBC-Kohorten vergleichbar häufig gewesen seien (12% [12/99] vs. 8,7% [10/115]; p=0,4). In einer gepoolten Analyse fanden sich pathologische Keimbahnvarianten nur bei Patienten mit hochgradigem NMIBC (22/163), aber bei keinem der 46 Patienten mit niedriggradigem NMIBC (13,5% vs. 0%; p=0,005). 15 (9,2%) Patienten mit hochgradigem NMIBC hatten pathologische Mutationen in Genen, die für die Reparatur von DNA-Schäden zuständig sind, die meisten davon in der Nukleotidexzisionsreparatur (ERCC2/3) und der Reparatur durch homologe Rekombination (BRCA1, NBN, RAD50). Im Gegensatz zu früheren Studienberichten seien pathologische Keimbahnvarianten bei mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) behandelten Patienten nicht mit einem schlechteren rezidivfreien oder progressionsfreien Überleben assoziiert gewesen. Auch ihr Risiko für die Entwicklung von Urothelkarzinomen des oberen Harntraktes war nicht erhöht. Fazit der Wissenschaftler: „Therapeutische Strategien, die eine gestörte DNA-Reparatur adressieren, könnten für Patienten mit hochgradigem NMIBC von Nutzen sein.“ (nec)
Mehr erfahren zu: "Inzwischen 633.000 Eintragungen im Organspende-Register" Inzwischen 633.000 Eintragungen im Organspende-Register Im zentralen Online-Register für Organspenden haben mittlerweile knapp 633.000 Menschen eine Erklärung zu ihrer eigenen Spendebereitschaft hinterlegt.
Mehr erfahren zu: "Zi: „Passgenaue Beratung stärkt Niederlassungsbereitschaft“" Zi: „Passgenaue Beratung stärkt Niederlassungsbereitschaft“ Rund 20.000 ambulant angestellte Ärztinnen und Ärzte in Deutschland können sich eine eigene Niederlassung vorstellen oder planen sogar eine solche: Das schlussfolgert das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) aus […]
Mehr erfahren zu: "Nächster Anlauf zu neuen Organspende-Regeln" Nächster Anlauf zu neuen Organspende-Regeln Tausende Schwerkranke warten auf ein gespendetes Organ. Um zu mehr Transplantationen zu kommen, wird schon lange über ein ganz anderes Prinzip diskutiert. Im Parlament wird es nun konkret.