Thromboseprophylaxe nach Arthroskopie des Knies: Nutzen der Antikoagulation nicht nachweisbar1. September 2017 Symbolbild: © SENTELLO – fotolia.com Der Einsatz der Thromboseprophylaxe zur Prävention venöser Thromboembolien nach einer Arthroskopie des Knies ist umstritten. Epidemiologen aus den Niederlanden verglichen nun die Inzidenz venöser Thromboembolien nach den genannten Eingriffen bei Patienten, die mittels Antikoagulation behandelt wurden oder nur beobachtet wurden. Zur Klärung des Nutzens der Antikoagulation nach Arthroskopie des Knies führten die Autoren zwei Untersuchungen durch: POT-KAST, in welcher Patienten nach Arthroskopie des Knies untersucht wurden, und POT-CAST, in welcher Patienten eingeschlossen waren, die einen Unterschenkelgips erhielten. Die Patienten erhielten nachfolgend entweder Heparin (über 8 Tage nach Arthroskopie in POT-KAST oder während des Zeitraums der Immobilisierung durch den Gips in POT-CAST oder keine Antikoagulation. Primärziel war die kumulative Inzidenz von Thromboembolien sowie größerer Blutungen innerhalb von 3 Monaten nach den Prozeduren. In POT-KAST wurden 1.451 Patienten in die Intention-to-treat Population eingeschlossen. Venöse Thromboembolien traten bei 5 von 731 (0,7 %) Patienten in der Behandlungsgruppe auf und bei 3 von 720 (0,4 %) Patienten in der Kontrollgruppe (relatives Risisko: 1,6; 95 % Konfidenzintervall, 0,4-6,8; absolutes Differenzrisiko: 0,3 %, 95 % Konfidenzintervall, -0,6-1,2). Stärkere Blutungen traten bei 1 (0,1 %) Patienten in der Behandlungsgruppe und bei 1 (0,1 %) Patienten in der Kontrollgruppe auf (absolutes Differenzrisiko: 0 Prozentpunkte, 95 % Konfidenzintervall, -0,6 – 0,7). In POT-CAST wurden 1.435 Patienten in die Intention-to-treat Population eingeschlossen. Venöse Thromboembolien traten bei 10 von 719 (1,4 %) Patienten in der Behandlungsgruppe auf und bei 13 von 716 (1,8 %) Patienten in der Kontrollgruppe (relatives Risiko: 0,8; 95 % Konfidenzintervall, 0,3 – 1,7; absolutes Differenzrisiko: -0,4 Prozentpunkte, 95 % Konfidenzintervall, -1,8 – 1,0). Es traten keine stärkeren Blutungen auf. Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen in beiden Untersuchungen waren Infektionen. Die Studien zeigen nach Dafürhalten der Autoren, dass eine Antikoagulation im Vergleich zu einer reinen Beobachtung das Auftreten von Thrombosen nicht effektiv verringert. Autor: van Adrichem et al. Korrespondenz: Department of Clinical Epidemiology, Leiden University Medical Center, Leiden, Niederlande Studie: Thromboprophylaxis after Knee Arthroscopy and Lower-Leg Casting Quelle: N Engl J Med 2017 Feb 9;376(6):515–525. Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1613303
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