Toxizität der Radiochemotherapie bei p16-negativem Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom

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Cisplatin einmal pro Woche oder alle drei Wochen? Bei Patienten mit p16-negativem Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom bringen beide Therapieregime ähnliche Belastungen durch akute Nebenwirkungen mit sich, wie aktuelle Studiendaten zeigen.

Lokal fortgeschrittener Kopf-Hals-Krebs wird in der Regel entweder mit einer höheren Cisplatin-Dosis im Drei-Wochen-Rhythmus oder einer niedrigeren, wöchentlich verabreichten Dosis behandelt, jeweils kombiniert mit einer Bestrahlung. Aber welches Therapieschema bietet das beste Gleichgewicht zwischen Wirksamkeit und behandlungsbedingten Nebenwirkungen? Dazu lagen bislang nur begrenzte Ergebnisse randomisierter Studien vor – dabei spielt diese Frage besonders für Patienten mit p16-negativem Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom eine Rolle. Sie weisen häufiger Komorbiditäten auf und tolerieren eine intensive Radiochemotherapie möglicherweise weniger gut.

Kohorte mit p16-negativer Erkrankung nicht in Phase-III-Teil der Studie übernommen

Im Phase-II-Teil der Studie NRG-HN009 wurden beide Behandlungsschemata bei Patienten mit p16-negativer Erkrankung verglichen. Dabei zeigte sich für die wöchentliche Cisplatin-Gabe im Vergleich zu alle drei Wochen verabreichtem Cisplatin keine signifikant reduzierte akute Toxizität. Da die Studie ihre vorab festgelegten Kriterien für eine verringerte akute Toxizität bei wöchentlicher Cisplatin-Gabe nicht erfüllte, wurde die p16-negative Kohorte nicht in den Phase-III-Teil der Studie übernommen. Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung 2026 der American Society for Radiation Oncology in Boston (USA) vorgestellt.

An der Phase-II-Studie nahmen 234 geeignete Patienten mit p16-negativem Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom teil. Sie wurden nach dem Zubrod-Performance-Score, der Rauchergeschichte, dem Tumorstadium und dem Alter stratifiziert und anschließend randomisiert entweder der Gruppe mit 70 Gy Strahlentherapie (RT) und 100 mg/m² Cisplatin alle drei Wochen (Q3) oder der Gruppe mit 70 Gy RT und 40 mg/m² Cisplatin wöchentlich (Q1) zugeteilt. Mehr als 90 Prozent der Studienteilnehmer schlossen die sechsmonatige Nachbeobachtungszeit ab.

Ähnlich hohe allegemeine Toxizitätsraten, Unterschiede im Detail

Der primäre Endpunkt war die akute Toxizität, gemessen anhand des T-Scores, definiert als die Anzahl aller behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse des Grades 3–4 während oder innerhalb von sechs Monaten nach der Therapie. Das mittlere T-Score-Verhältnis betrug 1,11 (90 %-Obergrenze des Konfidenzintervalls [KI] 1,33; p = 0,77) bei mittleren T-Scores von 2,23 (95 %-KI 1,81–2,65) für den Q3-Behandlungsarm und 2,48 (95 %-KI 1,97–2,99) für den Q1-Behandlungsarm.

Es gab mehrere Unterschiede im Profil der Raten akuter unerwünschter Ereignisse des Grades 3–4 zwischen den Gruppen von mindesten fünf Prozent. Die Q3-Gruppe wies höhere Toxizitätsraten des Grades 3–4 bei Übelkeit, Dehydrierung und akutem Nierenversagen auf. Für die Q1-Gruppe zeigten sich höhere Toxizitätsraten bei der Abnahme der Leukozytenzahl und des Magnesiumspiegels. Die Sechs-Monats-Raten für lokoregionale Rezidive betrugen 4,6 Prozent in der Q3-Gruppe und 9,6 % in der Q1-Gruppe, mit einem absoluten Unterschied von fünf Prozent (95 %-KI 1,0–8,9).

Verschiedene Therapieschema für p16-negatives Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom – ähnliche Belastung für Patienten

„Diese Ergebnisse liefern wichtige Belege dafür, dass eine wöchentliche Cisplatin-Gabe bei Patienten mit p16-negativem, lokal fortgeschrittenem Kopf-Hals-Krebs eine ähnliche Gesamtbelastung durch schwerwiegende akute behandlungsbedingte Toxizität verursacht wie das Standardschema alle drei Wochen“, fasste Dr. Paul Harari von der University of Wisconsin und Hauptautor der NRG-HN009-Studie die Ergebnisse zur Toxizität zusammen. Er verwies auch darauf, dass die beiden Behandlungsansätze zu unterschiedlichen Nebenwirkungsprofilen führten.

Für Harari unterstreichen die diese Ergebnisse die Notwendigkeit weiterer Forschung: Diese sei nötig, um individuellere Behandlungsstrategien zu identifizieren, welche die Toxizität reduzieren – aber gleichzeitig eine wirksame Krebsbekämpfung für Patienten mit fortgeschrittenem Kopf-Hals-Krebs gewährleisten.

Erste Ergebnisse zur aktuen Toxizität der Kohorte p16-positives Kopf-Hals-Plattenepitehlkarzinom sind bereits veröffentlicht. Auch für diese Patientengruppe erfüllten die Ergebnisse zur akuten Toxizität die vorab definierten Kriterien für eine reduzierte akute Toxizität nicht, die für eine Übernahme der Kohorte in Phase-III nötig gewesen wären. (ja/BIERMANN)


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