Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz: Stellungnahme der Heart Failure Association der ESC6. August 2018 © Chinnapong – fotolia.com Typ-2-Diabetes (T2DM) und Herzinsuffizienz (HF) – ob mit reduzierter (HFrEF) oder erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) – gehen bei 30–40% der Patienten Hand in Hand. Dabei erhöht der Diabetes das Risiko für eine HF-bedingte Hospitalisierung, die Gesamt- und die kardiovaskuläre (CV) Mortalität. Aus diesem Grund hat die Heart Failure Association (HFA) der European Society of Cardiology (ESC) nun zu diesem Themenkomplex Stellung bezogen. Als wichtigste Ursachen von HF bei T2DM führt sie die koronare Herzkrankheit (KHK), arterielle Hypertonie und eine direkte schädliche Wirkung von T2DM auf das Myokard an. Die Experten stellen allerdings fest, dass der T2DM bei den herzinsuffizienten Patienten oft unerkannt bleibe, umgekehrt sei das ebenso. Dies zeige, wie wichtig es ist, in der klinischen Praxis aktiv nach beiden Erkrankungen zu suchen, unterstreichen sie. Spezifische Einschränkungen für die HF-Behandlung bei T2DM sehen die Experten nicht. Dabei berufen sie sich auf Subanalysen von Studien zur HF-Behandlung in der Allgemeinbevölkerung: Diese hätten gezeigt, dass alle HF-Therapien unabhängig von T2DM ähnlich wirksam sind. Zur Behandlung des T2DM bei herzinsuffizienten Patienten empfehlen die meisten Leitlinien derzeit Metformin als 1. Wahl. Sulfonylharnstoffe und Insulin seien bislang die traditionellen Zweit- und Drittlinientherapien, obwohl ihre Sicherheit bei HF zweifelhaft sei. Darüber hinaus stellen die Experten der HFA fest, dass weder Glukagon-Like-Peptid-1 (GLP-1)-Rezeptor-Agonisten noch Dipeptidylpeptidase-4(DPP4)-Inhibitoren das Risiko einer HF-bedingten Hospitalisierung verringern. Der DPP4-Inhibitor Saxagliptin wurde sogar mit einem höheren Risiko in Verbindung gebracht. Zu den Thiazolidindionen (Pioglitazon und Rosiglitazon) merken die Studienautoren um den neuen HFA-Präsidenten Prof. Petar M. Seferovic vom Universitätsklinikum Belgrad an, dass sie bei Patienten mit (oder einem Risiko für) HF kontraindiziert sind. Fazit Zu den SGLT2-Inhibitoren Empagliflozin und Canagliflozin heißt es, sie hätten HF-bedingte Hospitalisierungen bei Patienten mit CV Erkrankung oder erhöhtem CV Risiko in neueren Studien signifikant reduziert. Abschließend merken die Experten an, dass mehrere laufende Studien Einblick in die Wirksamkeit von SGLT2-Inhibitoren bei nicht diabetischen Patienten mit HFrEF und HFpEF geben sollen. Autoren: Seferovic PM et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Type 2 diabetes mellitus and heart failure: a position statement from the Heart Failure Association of the European Society of Cardiology. Quelle: Eur J Heart Fail 2018;20(5):853–872. Web: dx.doi.org/10.1002/ejhf.1170
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