Ulcus Cruris: Training plus Kompressionstherapie

Annähernd 70 % aller Fälle von Ulcus cruris entstehen unter venöser Beteiligung. Die Kompressionstherapie führt zu hohen Heilungsraten, doch die Wirkung hält häufig nicht lange an.

Körper­liches Training gilt als unaufwendige und effektive Strategie zur Verbesserung physischer wie mentaler Gesundheit. Bislang ist wenig über die Umsetzbarkeit und Wirksamkeit eines überwachten Trainings in Kombination mit einer Kompressionstherapie bei Ulcus cruris bekannt. Britische Sportwissenschaftler untersuchten in einer kürzlich vorab veröffentlichten Studie die Auswirkungen eines 12-wöchigen überwachten Trainingprogramms (bestehend aus Aerobic, Widerstandstraining und Dehnungsübungen) als Ergänzung zur Kompressionstherapie bei Patienten mit Ulcus cruris. Hierzu randomisierten sie 39 Patienten im Verhältnis 1:1, welche zusätzlich zur Kompressionstherapie entweder ein dreimal wöchentliches Training absolvierten oder nur mittels Kompressionstherapie behandelt wurden.

Die auch zu Beginn der Studie vorgenommenen Untersuchungen wurden nach 12 Wochen, 6 Monaten sowie 1 Jahr nach Baseline wiederholt und die Heilungsrate, Rezidive sowie auftretende Infektionen dokumentiert und die Kosten der Interventionen berechnet. Insgesamt 72 % der Sportgruppe nahmen an allen Trainingseinheiten teil. Schwere Nebenwirkungen konnten nicht beobachtet werden. Beim Follow-up nach 1 Jahr zeigte sich, dass der Zeitraum bis zur Heilung in der Sportgruppe kürzer ausfiel als in der Kompressionsgruppe (13 gegenüber 34,7 Wochen). Die Gesamtkosten für den National Health Service betrugen £ 813,27 in der Sportgruppe und £ 2.298,57 in der Kontrollgruppe.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, so die Autoren, dass die Kombination aus überwachtem körper­lichem Training und Kompres­sionstherapie gut durchführbar ist und von den Patienten akzeptiert wird.

Quelle
Br J Dermatol. 2017 Oct 27
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