Uni Osnabrück untersucht Herzklappen von Fruchtfliegen16. Mai 2024 Achim Paululat (l.) und Christian Meyer besprechen das von den Fruchtfliegen gewonnene Bildmaterial. Foto: ©Stina Koch Eine Arbeitsgruppe der Zoologie und Entwicklungsbiologie der Universität Osnabrück forscht an der Entwicklung und Funktion von Herzklappenzellen von Fruchtfliegen. Die Erkenntnisse sollen auch Aufschluss über Herz-Kreislauf-Erkrankungen beim Menschen geben. Gerade einmal zweieinhalb Millimeter messen die Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster), an denen die Arbeitsgruppe forscht. Für die Untersuchung der Herzklappe der Insekten, die nur unter dem Mikroskop erkennbar ist, ist also Fingerspitzengefühl gefragt. Das Projekt „Entwicklung und Funktion von Herzklappenzellen bei Drosophila melanogaster“ wurde jüngst auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft erneut mit einer Postdoc-Stelle und Sachmitteln geförderten, wie die Uni Osnabrück kürzlich bekannt gab. Die Forschung sei dabei bereits in mehreren Aspekten erfolgreich gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Uni. So konnten unter anderem Gene identifiziert werden, die für die Bildung der Herzklappe wichtig sind. Des Weiteren konnten Fehlbildungen in den Gefäßsystemen und die Auswirkung der Herzklappe auf die Funktion des Herzens und den gesamten Kreislauf untersucht und besser verstanden werden. Die Erkenntnisse aus der Herzklappenforschung sind auch für die Humanmedizin relevant, denn auch wenn sich das Herz eines Insekts äußerlich von dem eines Menschen unterscheidet, sind sich die grundlegenden zellulären und molekularen Mechanismen der Herzfunktion sehr ähnlich. Den entscheidenden Vorteil der Arbeit mit den Insekten in der Forschung erklärt Dr. Christian Meyer, Mitarbeiter der Arbeitsgruppe: „Bei den Fliegen kommen viele Gene, die es auch im Menschen gibt, sehr konserviert vor. Die Tiere besitzen eine kurze Generationszeit und können mit einer Vielzahl an molekularbiologischen und genetischen Methoden analysiert werden. So können beispielsweise Krankheitsbilder in der Fliege viel schneller untersucht werden und so das Verständnis für menschliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessert werden.“ Dennoch ist die Herzklappenforschung an der Fruchtfliege noch eine kleine Neuheit: „Entschlüsselt wurde die Entwicklung und Funktionsweise der Herzklappen bei Insekten erst in den letzten Jahren. Unsere Arbeitsgruppe war von Anfang an dabei und hat einen großen Teil dazu beigetragen“, so Prof. Achim Paululat, der Leiter der Arbeitsgruppe und Professor für Zoologie und Entwicklungsbiologie an der Uni Osnabrück.
Mehr erfahren zu: "Schwangerschaft zeigt künftiges kardiometabolisches Risiko auf" Schwangerschaft zeigt künftiges kardiometabolisches Risiko auf Eine Studie zeigt, dass ungünstigere Werte der kardiovaskulären Gesundheit während der Schwangerschaft – auch bei ausbleibenden Komplikationen – mit einem höheren Risiko für kardiometabolische Erkrankungen nach der Entbindung assoziiert sind.
Mehr erfahren zu: "Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie" Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie Bei insgesamt weitgehend konstant gebliebener Inanspruchnahme der ambulanten Versorgung hat die Zahl der Behandlungsfälle in Psychotherapie und Psychiatrie im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Weniger Fälle haben hingegen Kinder- und Jugendärzte behandelt. Das geht […]
Mehr erfahren zu: "Warken will Krankheitsprävention ausbauen" Warken will Krankheitsprävention ausbauen Wenn man eine Erkrankung hat, wird man behandelt – das ist im deutschen Gesundheitswesen klar. Um Risiken zu mindern oder früher zu erkennen, soll aber auch die Prävention eine größere […]