Universitätsklinikum Bonn: Projekt soll Inanspruchnahme von Chlamydien-Screenings erhöhen29. Januar 2026 Foto: © H_Ko/stock.adobe.com Das Bonner Forschungsprojekt „FemScreen-CT – Multidimensionale Analyse des Chlamydien-Tests für Frauen von 16 bis 25 Jahren“ zur Vorsorgeuntersuchung einer Chlamydien-Infektion soll die Früherkennung und frühzeitige Behandlung fördern. Im Projekt untersucht die Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Bonn (UKB) gemeinsam mit dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) am UKB spezifische Faktoren, welche die Screening-Bereitschaft beeinflussen, sowie Barrieren, die bisher eine flächendeckende Durchführung des Screenings in Deutschland verhindern. Ziel ist es, langfristig die Inanspruchnahme von Chlamydien-Tests effektiv zu erhöhen und gleichzeitig Neuinfektionen durch Unterbrechung von Infektionsketten zu verhindern. Analyse förderlicher Faktoren Aktuelle Zahlen deuten darauf hin, dass dieses Screening-Angebot junge Frauen bislang nicht ausreichend erreicht, informiert das Universitätsklinikum. „Wir wollen daher förderliche Faktoren einer Nutzung des Screenings identifizieren, aber auch Hemmnisse und Herausforderungen im Zusammenhang mit Aufklärung und Screening sowie Ursachen für eine Nicht-Inanspruchnahme erkennen“, erklärt Prof. Nadine Scholten vom UKB. In dem Forschungsprojekt werden bundesweit dafür sexuell aktive Frauen im Alter von 16 bis 25 Jahren zu ihren Einstellungen und ihrem Wissen über Chlamydien sowie über das bestehende Testangebot anonym befragt. Auch die Perspektive niedergelassener Frauenärzte wird durch eine Befragung zum Screening-Angebot erfasst. Untersuchung der Versorgungssituation Ergänzend werden mithilfe der Auswertung von anonymen Abrechnungsdaten der niedergelassenen Ärzte die tatsächliche Versorgungssituation in Deutschland untersucht sowie eine gesundheitsökonomische Analyse der Screening-Kosten unter Berücksichtigung des Nutzens für die Patientinnen durchgeführt. „Unser Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für das gesetzlich angebotene Chlamydien-Screening abzuleiten“, betont Finn Seliger von der Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung (CHSR) am UKB. „Im Erfolgsfall sollen diese zu einer höheren Inanspruchnahme des Chlamydien-Screenings beitragen“, so Seliger. Darüber hinaus wird bereits während des Projekts die Machbarkeit einer anonymen Kontaktierung der Sexualpartner evaluiert. Das soll zu einer Unterbrechung von Infektionsketten beitragen. Zudem ist eine Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse auf andere sexuell übertragbare Erkrankungen denkbar. Das Projekt wird vom Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zwei Jahre mit einer Millionen Euro gefördert. Konsortialpartner sind das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am UKB, das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie an der Uniklinik Köln, die DAK-Gesundheit, die Techniker Krankenkasse und das Robert Koch-Institut. Kooperationspartner sind das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi), die AOK Rheinland/Hamburg und das WIR – Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin am Klinikum Bochum.
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