US-Studie: Medikamente gegen Fettleibigkeit können Nierentransplantierten mit Typ-2-Diabetes helfen

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Eine neue Studie aus den USA zeigt, dass Empfänger von Nierentransplantaten mit Typ-2-Diabetes, die mit einer neuen Klasse von Medikamenten gegen Fettleibigkeit behandelt wurden, seltener ein Organversagen erlitten und länger überlebten.

Frühere Forschungen, erklären eingangs die Autoren, hatten einen gewissen Nutzen für Nierentransplantatempfänger mit einer Vorgeschichte von Typ-2-Diabetes nahegelegt, die die ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelten Medikamente zu einem bestimmten Zeitpunkt nach ihrer Transplantation einnahmen und bei denen sich die Nierenfunktion langsamer verschlechterte als bei denen, die dies nicht taten. Zu diesen GLP-1-Agonisten gehören Semaglutid, Liraglutid und Dulaglutid.

Es blieb jedoch unklar, ob Ärzte die Medikamente angesichts ihrer bekannten Nebenwirkungen, zu denen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und Leberprobleme gehören, verschreiben sollten. Es gab auch Bedenken, dass GLP-1-Agonisten das Risiko für eine seltene Form von Schilddrüsenkrebs bei Patienten erhöhen könnten, die bereits immunsupprimierende Medikamente einnehmen, um eine Transplantatabstoßung zu verhindern.

Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlicht.

Risiko für Organversagen fast 50 Prozent niedriger

Die Forscher untersuchten die Krankenakten von 18.016 Nierentransplantatempfängern mit Diabetes vor der Transplantation in den Vereinigten Staaten zwischen 2013 und 2020, von denen 1.916 GLP-1 verschrieben wurden.

Unter der Leitung von Forschern der NYU Langone Health, USA, zeigte die neue Studie, dass diejenigen, denen GLP-1-Agonisten verschrieben wurden, meist innerhalb von drei Jahren nach der Transplantation, ein um 49 Prozent geringeres Risiko hatten, ein Organversagen zu erleiden als diejenigen, denen kein GLP-1 verschrieben worden war. Und Nierentransplantatempfänger, die die Medikamente einnahmen, hatten auch ein um 31 Prozent geringeres Risiko, innerhalb von fünf Jahren nach Beginn der Behandlung zu sterben, als diejenigen, die die Medikamente nicht einnahmen. Während das Risiko für Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Leberprobleme oder Schilddrüsenkrebs bei den mit GLP-1 behandelten Diabetikern nicht erhöht war, zeigte die Studie, dass die behandelte Gruppe ein 49 prozent höheres Risiko für die Entwicklung einer diabetischen Retinopathie hatte.

Zusätzliches Risiko für diabetische Retinopathie

„Unsere Studienergebnisse sind der bisher stärkste Beweis dafür, dass GLP-1-Agonisten weitgehend sichere und wirksame Mittel zur Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Nierentransplantatempfängern sind“, kommentiert der Studienleiter Babak Orandi die Ergebnisse.

„Unsere Ergebnisse zeigen auch, dass GLP-1-Medikamente zwar erhebliche Vorteile bieten, aber auch ein gewisses zusätzliches Risiko für diabetische Retinopathie bergen, was darauf hindeutet, dass Ärzte die Augengesundheit von Nierentransplantatempfängern mit Diabetes, die mit diesen Medikamenten behandelt werden, sorgfältig überwachen müssen“, fügt Prof. Mara McAdams-DeMarco von der NYU Grossman School of Medicine hinzu.