Veränderung der Lungenfunktion ab dem 60. Lebensjahr17. Mai 2019 © olly – fotolia.com Es gebe nur wenige Daten zur langfristigen Veränderung der Lungenfunktion bei älteren Menschen und es sei ebenso nicht klar, ob zur Beurteilung absolute oder relative Veränderungen verwendet werden sollten sowie wie diese mit demografischen Merkmalen der Betroffenen in Zusammenhang stehen, schreiben die Verfasser einer neuen Studie. Die Wissenschaftler analysierten die 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) und die forcierte Vitalkapazität (FVC) sowohl getrennt als auch in Relation zueinander in einer bevölkerungsbasierten geriatrischen Kohorte. Die Daten wurden mehrfach erhoben und adjustiert in Bezug auf Alter, Geschlecht, Rauchgewohnheiten, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Diabetes, koronare Herzkrankheit, Bildungsniveau, Beruf, Alkoholkonsum, C-reaktives Protein (CRP) und Body-Mass-Index. 3736 Teilnehmer im Alter von 60–102 Jahren absolvierten im Verlauf von 13,5 Jahren 1–5 Spirometrien. So lagen schließlich aus 6932 Spirometrien Daten zu Lungenvolumina, FEV1-Quotient (Q) sowie der Global Lung Initiative(GLI)-2012-Score und National Health and Nutrition Examination Survey(NHANES)-III-Z-Scores vor. Die absolute Veränderung pro Jahr betrug –51,7 ml (95%-Konfidenzintervall [KI] von –63,7 bis –39,9) für FEV1und –56,2 ml (95%-KI von –73,6 bis –38,8) für die FVC. Die bereinigte relative Veränderung pro Jahr betrug für FEV1 –2,97 % (95%-KI von –3,53 bis –2,40) und für FVC –2,46% (95%-KI von –3,07 bis –1,85). Risikofaktoren für einen erhöhten relativen FVC- und FEV1-Rückgang waren weibliches Geschlecht, höheres Alter, aktueller Nikotinkonsum, erhöhtes CRP (nicht signifikant für FEV1; p=0,057) und ein niedriges Bildungsniveau. Für einen verstärkten absoluten Rückgang wurden als Risikofaktoren das männliche Geschlecht und aktuelle Nikotinkonsum für FEV1und ein geringer Bildungsstand für FVC identifiziert. Relative, aber nicht absolute Veränderungen korrelierten signifikant mit klinisch relevanten Markern des funktionellen Status und seien absoluten Veränderungen in der Risikofaktoranalyse möglicherweise überlegen. Die querschnittliche Reduktion in Bezug auf den FEV1Q betrug für beide Geschlechter ~1 Einheit pro 10 Jahre. Die Anteile der Probanden mit Ergebnissen unterhalb der unteren Normalgrenze bei Verwendung von NHANES III war fast wie erwartet, jedoch 2- bis 4-mal höher als bei Verwendung von GLI-2012. Fazit In der relativen Analyse bestätigten die Autoren die Hypothese, dass Alter, weibliches Geschlecht, aktuelle Rauchgewohnheiten, niedriges Bildungsniveau und ein erhöhter CRP die FEV1- und FVC-Abnahme erhöhten. In der absoluten Analyse wurde der aktuelle Nikotinkomsum als Risikofaktor für einen erhöhten FEV1-Wert und einen niedrigen Bildungsstand für den FVC-Rückgang bestätigt. (ac) Autoren: Luoto J et al. Korrespondenz: Johannes Luoto, Department of Clinical Sciences in Malmö, Division of Geriatric Medicine, Jan Waldenströms gata 35, SE-205 02, Malmö, Schweden; [email protected] Studie: Relative and absolute lung function change in a general population aged 60-102 years Quelle: Eur Respir J 2019;53(3):1701812. Web: https://doi.org/10.1183/13993003.01812-2017
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