Verschluss des Foramen ovale reduziert Migräne9. Juli 2021 © fizkes – stock.adobe.com (Symbolbild) Beobachtungsstudien konnten bereits zeigen, dass der perkutane Verschluss eines persistierenden Foramen ovale (PFO) eine sichere Methode zur Reduktion der Häufigkeit und Dauer einer Migräne ist. Randomisierte Studien haben jedoch nicht den primären Wirksamkeitsendpunkt erreicht. Eine amerikanische Studie unter Beteiligung von Wissenschaftlern aus der Schweiz und aus Katar poolte nun die Daten der beiden randomisierten Migränestudien PRIMA und PREMIUM und analysierte die individuellen Patientendaten im Hinblick auf die Wirksamkeitsendpunkte mittlere Reduktion monatlicher Migränetage und -attacken, Responder-Rate (definiert als ≥50%ige Reduktion der monatlichen Migräneattacken) und Prozentsatz der Patienten, die eine vollständige Beendigung der Migräne erlebten. Die Ergebnisse der gepoolten Analyse von den beiden Erstautoren Dr. Mohammad K. Mojadidi und Dr. Preetham Kumar wurden im „Journal of the American College of Cardiology“ publiziert. Sie zeigen, dass der PFO-Verschluss sicher war und die durchschnittliche Anzahl der monatlichen Migränetage und -attacken signifikant reduzierte. Zudem führte der Eingriff zu einer größeren Anzahl von Probanden, bei denen die Migräne vollständig aufhörte. Von den 337 Teilnehmern erhielten nach Blöcken randomisiert 176 einen PFO-Verschluss mittels Okkluder und 161 eine alleinige medikamentöse Behandlung. Bei der 12-monatigen Nachbeobachtung wurden in der Analyse 3/4 Wirksamkeitsendpunkte erreicht: mittlere Reduktion der monatlichen Migränetage (–3,1 Tage vs. –1,9 Tage; p=0,02) und -attacken (–2,0 vs. –1,4; p=0,01) und Anzahl der Probanden, bei denen die Migräne vollständig aufhörte (14 [9%] vs. 1 [0,7%]; p<0,001). Bei der Sicherheitsanalyse traten 9 verfahrensbedingte und 4 Okkluder-bedingte UEs bei 245 Probanden auf, die schließlich einen PFO-Verschluss erhielten. Alle Ereignisse waren vorübergehend und klangen ab. Fazit Die gepoolte Analyse zeigte, dass der PFO-Verschluss sicher war und die durchschnittliche Anzahl der monatlichen Migränetage und der monatlichen Migräneattacken signifikant reduzierte. Der Eingriff führte zu einer größeren Anzahl von Probanden, bei denen die Migräne vollständig aufhörte. (ah) Autoren: Mojadidi MK et al. Korrespondenz: Mohammad K. Mojadidi; [email protected] Studie: Pooled Analysis of PFO Occluder Device Trials in Patients With PFO and Migraine Quelle: J Am Coll Cardiol 2021;77(6):667–676. Web: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2020.11.068
Mehr erfahren zu: "KBV: „Patientendaten müssen vertraulich bleiben“" KBV: „Patientendaten müssen vertraulich bleiben“ Laut Kabinettsentwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) soll der Zugriff der Kassen auf die elektronische Patientenakte (ePA) nochmals erweitert werden. Die KBV warnt vor einem […]
Mehr erfahren zu: "Warken will Krankheitsprävention ausbauen" Warken will Krankheitsprävention ausbauen Wenn man eine Erkrankung hat, wird man behandelt – das ist im deutschen Gesundheitswesen klar. Um Risiken zu mindern oder früher zu erkennen, soll aber auch die Prävention eine größere […]
Mehr erfahren zu: "GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz kommt" GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz kommt Die schwarz-rote Koalition bringt eine große Reform vor dem Sommer durch: Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz für die Ausgaben der Krankenkassen ist nach langem Ringen besiegelt. Sind höhere Beiträge damit nun vom Tisch?