Versorgungsforschung evaluiert Einsatz von Babycams auf Frühchenstationen4. Juni 2019 Foto: ©Andrey Popov – Adobe Stock Der Start ins Leben ist für sehr kleine Frühgeborene mit einem langen Aufenthalt in einem Perinatalzentrum verbunden. Um die Eltern-Kind-Beziehung zu stärken, ist nun das Kölner Forschungsprojekt „Neo-CamCare“ gestartet, welches eine dreijährige Förderung durch Innovationsfonds mit rund zwei Millionen Euro erhält. Das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Universität zu Köln startet gemeinsam mit der Neonatologie der Uniklinik Bonn und mit der Uniklinik Köln ein neues Forschungsprojekt auf der Frühchenstation. Bei „Neo-CamCare“ wird erstmals der Einsatz von Webcams für die ortsunabhängige, virtuelle Echtzeit-Beobachtung der Kinder evaluiert. Dabei sollen rechtliche Rahmenbedingungen wie der Datenschutz geklärt, die Bedürfnisse der Eltern erfragt und eine Handlungshilfe für die Betroffenen entwickelt werden. Das Projekt wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Erforschung neuer Versorgungsformen mit 1,9 Millionen Euro gefördert. Jährlich kommen in Deutschland knapp 10.500 sehr kleine „Frühchen“ mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm auf die Welt. Um ihnen einen Lebensstart zu ermöglichen, werden sie meist über einen langen Zeitraum in den Perinatalzentren intensivmedizinisch versorgt. „Mütter und Väter haben nicht immer die Möglichkeit, dauerhaft im Krankenhaus bei ihrem Kind zu sein. Diese räumliche Trennung bringt oft eine Belastung für die Eltern und die Eltern-Kind-Beziehung mit sich. Sein Kind aber über eine Webcam jederzeit sehen zu können, kann auch psychisch herausfordern“, erklärt Projektleiterin Dr. Nadine Scholten von der Universität zu Köln. „Unsere versorgungswissenschaftliche Studie soll das Potenzial abschätzen, das Webcams bieten, um die Eltern-Kind-Beziehung zu verbessern und psychische Belastungen durch die Trennung von Eltern und Kind abzubauen.“ Der Webcam-Service steht bisher nur auf einigen wenigen Frühgeborenen-Intensivstationen in Deutschland zur Verfügung. Neo-CamCare wird die aktuelle Verbreitung und die Einstellung hinsichtlich der Nutzung von Webcams erfassen und ihren Einsatz aus Perspektive der Kliniken evaluieren. Gleichzeitig sollen auf der anderen Seite auch Bedarf, mögliche Hürden und die Bedenken der Eltern untersucht werden. Ziel ist es, auf Basis der erhobenen Daten und der gewonnenen Erkenntnisse eine Handlungshilfe für Eltern und Klinikmitarbeiter zu entwickeln. Das Projekt „Neo-CamCare“ wird am Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität zu Köln in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Bonn, der Goethe-Universität Frankfurt und der dortigen Forschungsstelle Datenschutz sowie der Techniker Krankenkasse und der DAK-Gesundheit durchgeführt.
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