Vestibuläre Symptomatik: Geringe Übereinstimmung der diagnostischen Instrumente

Schwindel erweist sich häufig als Herausforderung, sowohl in der Diagnose als auch der Therapie. Ziel einer Studie israelischer Otolaryngologen war die Feststellung der Übereinstimmung und Genauigkeit zwischen vestibulärer physikalischer Untersuchung, vestibulären Fragebögen und der Elektronystagmographie bei Patienten mit vestibulären Symptomatiken.

In einer prospektiven Studie (135 erwachsenen Probanden mit vestibulären Symptomatiken) wurden die Teilnehmer einer gezielten körper­lichen Untersuchung unterzogen, bevor sie Fragebögen ausfüllten (darunter auch das Dizziness Handicap Inventory) und mittels Elektronystagmographie untersucht wurden. Die Ergebnisse sowohl der körper­lichen Untersuchung und der Fragebögen wurden mit den Ergebnissen der Elektronystagmographie verglichen.

Patienten mit normalen Ergebnissen der Elektronystagmographie (32,1 %, 17 von 52) zeigten häufig von der Norm abweichende Ergebnisse in der physikalischen Untersuchung; 48,8 Prozent (40 von 82) der Probanden, die in der physikalischen Untersuchung Ergebnisse im Rahmen der Norm aufwiesen, zeigten anomale Resultate in der Elektronystagmographie (p = 0,46). Unter den Probanden, die bei der Beantwortung des Dizziness Handicap Inventory schwere Einschränkungen angaben, wiesen 46,4 Prozent (13 von 28) ein anomales Ergebnis in der Elektronystagmographie auf, 42,9 Prozent (12 von 28) zeigten ein normales Elektronystagmogramm (p = 0,39).

Laut den Autoren konnte mittels der Studie kein Zusammenhang zwischen vestibulär-physikalischer Untersuchung, vestibulären Fragebögen und Ergebnissen der Elektronystagmographie ermittelt werden. Obwohl Fallgeschichten (durch Fragebögen gestützt) und die gezielte körperliche Untersuchung die ersten Maßnahmen bei der Evaluation von Schwindelanfällen darstellen, führen die Ergebnisse der vorliegenden Studie zu dem Vorschlag, dass die bisherigen Diagnosekriterien anderweitig komplementiert werden sollten – nämlich durch eine objektive Untersuchung auf einen möglichen Ursprung des Schwindels im Innenohr.

Quelle
Gofrit et al. Ann Otol Rhinol Laryngol. 2017 Apr;126(4):315-321.
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