Virustatika gegen Grippe: Keine Verbesserung der Symptome durch Kombinationstherapie26. Februar 2018 Symbolbild: Immunabwehr © psdesign1 – fotolia.com Trotz eines etablierten Impfprogramms und zugelassenen Virustatika hat die Influenza nach wie vor erhebliche sozioökonomische und gesundheitliche Auswirkungen. Eine amerikanische Arbeitsgruppe um Dr. John Beigel vom National Institute of Health hat in einer jüngst veröffentlichten Studie festgestellt, dass im Gegensatz zu einer Monotherapie eine Kombinationstherapie mit mehreren Virustatika zu einem signifikanten Rückgang der Virusfreisetzung kurz nach Beginn der Behandlung führt. Allerdings erfuhren die Patienten dadurch keine Verbesserung ihrer Grippesymptome. Warum das der Fall ist, müsse in weiteren Studien untersucht werden, so die Autoren. Zwischen dem 01.03.2011 und 29.04.2016 untersuchten die Forscher 394 Teilnehmer an 50 Standorten in den USA, Thailand, Mexiko, Argentinien und Australien. Die Patienten in der Kombinationsgruppe (n=200) erhielten Oseltamivir (75 mg), Amantadin (100 mg) und Ribavirin (600 mg). Die Patienten in der Monotherapie-Gruppe (n=194) erhielten 2 x tgl. Oseltamivir oral für 5 Tage. Nach 3 Tagen führten die Wissenschaftler bei allen Teilnehmern einen nasopharyngealen Abstrich durch und überprüften den Nachweis von Virenmaterial anhand einer Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Am dritten Tag waren in der Kombinationsgruppe bei 80 (40,0 %) von 200 Teilnehmern Viren nachweisbar. In der Monotherapiegruppe waren bei 97 (50,0 %) von 194 Teilnehmern Viren gefunden worden (Mittelwertdifferenz 10,0; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,2–19,8; p=0,046). Allerdings ergab sich dadurch kein Vorteil in Bezug auf klinische Endpunkte wie die mediane Dauer der Symptome (4,5 Tage in der Kombinationsgruppe vs. 4,0 Tage in der Monotherapie-Gruppe; p=0,21). Einige Patienten litten unter hauptsächlich gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Übelkeit (65 von 556 [12 %] in der Kombinationsgruppe vs. 63 von 585 [11 %] in der Monotherapie-Gruppe), Diarrhoe (56 von 556 [10 %] vs. 64 von 585 [11 %]) und Erbrechen (39 von 556 [7 %] vs. 23 von 585 [4 %]). Fazit Obwohl die Kombinationstherapie an Tag 3 im Vergleich zur Monotherapie eine signifikante Abnahme der Virusfreisetzung zeigte, war dieser Unterschied nicht mit einem verbesserten klinischen Nutzen verbunden. Autoren: Beigel JH et al. Korrespondenz: Dr. John H Beigel, National Institute of Allergy and Infectious Diseases, National Institutes of Health, Bethesda, MD 20892-1763, USA; [email protected] Studie: Oseltamivir, amantadine, and ribavirin combination antiviral therapy versus oseltamivir monotherapy for the treatment of influenza: a multicentre, double-blind, randomised phase 2 trial Quelle: Lancet Infect Dis 2017;17(12):1255–1265. Web: www.thelancet.com/journals/laninf
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