Vitamin-D-Supplementierung bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen19. August 2024 © Antonioguillem – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Rolle von Vitamin D im Knochenstoffwechsel ist allgemein bekannt. Neuen Erkenntnissen zufolge spielt es aber auch eine Rolle bei der Immunmodulation mit Auswirkungen auf immunvermittelte Krankheiten, einschließlich Chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED). Italienische Forscher haben nun eine Übersichtsarbeit mit Metaanalyse durchgeführt, um das Risiko eines klinischen Rückfalls oder der Krankheitsaktivität bei diesen Patienten zu bewerten. Eingeschlossen wurden randomisierte klinische Studien mit CED-Patienten, die mit einer Vitamin-D-Supplementierung vs. Placebo behandelt und bei denen klinische Rezidive und die Krankheitsaktivität untersucht wurden. Die Literaturrecherche erfolgte bis Januar 2022 in Medline, Scopus und Cochrane CENTRAL. Von insgesamt 1448 Artikeln wurden 12 (11 Volltexte und 1 Zusammenfassung) eingeschlossen, davon beinhalteten 7 randomisierte klinische Studien Daten zum klinischen Rückfall als dichotomes Ergebnis, während 7 weitere Studien über Daten zur Krankheitsaktivität als kontinuierliche Variable berichteten. Das gepoolte Risikoverhältnis (RR) für ein klinisches Rezidiv betrug 0,64 (95%-KI 0,46–0,89; I2=25%) unter 458 CED-Patienten. Dieses Resultat scheint jedoch nur bei Patienten mit Morbus Crohn belastbar zu sein. Tatsächlich wurden aber nur 2 Studien, an denen 67 Patienten mit Colitis ulcerosa teilnahmen, in die Analysen einbezogen. M.-Crohn-Patienten, die sich in klinischer Remission befanden, hatten ein stark reduziertes Risiko für einen klinischen Rückfall (RR 0,47; 95%-KI 0,27–0,82; I2=0%), was darauf hindeutet, dass es sich um eine spezifische Untergruppe mit maximalem klinischen Nutzen einer Vitamin-D-Supplementierung handeln könnte. Fazit Nach Angaben der Autoren zeigt diese Metaanalyse, dass eine Vitamin-D-Supplementierung das Risiko eines klinischen Rezidivs bei CED-Patienten verringern kann, insbesondere bei M.-Crohn-Patienten in klinischer Remission. In einer weiterführenden Subgruppenanalyse war der Nutzen jedoch nicht signifikant (aufgrund der geringen Anzahl von Studien und Patienten). Daher seien nun aussagekräftige Studien erforderlich, insbesondere auch zu Patienten mit C. ulcerosa. (je) Autoren: Valvano M et al. Korrespondenz: Giovanni Latella; [email protected] Studie: Effectiveness of Vitamin D Supplementation on Disease Course in Inflammatory Bowel Disease Patients: Systematic Review With Meta-Analysis Quelle: Inflamm Bowel Dis 2024;30(2):281–291. Web: https://doi.org/10.1093/ibd/izac253
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