Vitamin-D-Supplementierung zur Vermeidung von Asthmaexazerbationen16. Februar 2018 © BillionPhotos.com – fotolia.com Die Rate an Asthmaexazerbationen bei Patienten, die mit systemischen Corticoiden behandelt werden, lässt sich durch eine Vitamin-D-Supplementierung reduzieren. Dies bestätigt die aktuelle Studie von Dr. David Jolliffe und seinem Team. Dass die Behandlung unterschiedliche Auswirkungen bei Patienten mit geringem Vitamin-D-Ausgangs-Status zeigt, konnten die Wissenschaftler aber nicht beweisen. Für ihre Studie durchsuchten die Autoren Literaturdatenbanken nach doppelt-verblindeten, placebokontrollierten randomisierten Studien, in denen Patienten mit einer Verschlechterung ihres Asthmas Vitamin D3 oder Vitamin D2 erhielten. Von 483 identifizierten Studien eigneten sich 8 (1078 Teilnehmer). Individuelle Patientendaten konnten für 7 Studien (955 Teilnehmer) ausgewertet werden, berichten die Wissenschaftler. Anhand dieser führten die Forscher eine Angleichung von Alter und Geschlecht durch und untersuchten die Auswirkung der Vitamin-D-Supplementierung in verschiedenen Untergruppen. Zu diesen gehörte die Ausgangskonzentration von 25-Hydroxy-Vitamin D (25[OH]D), der 25(OH)D-Spiegel am Ende der Studie, die Vitamin-D-Dosis, das Alter, die Ethnie, der Body-Mass-Index (BMI) und der Gebrauch inhalativer Corticoide. Wie Jolliffe und seine Kollegen ausführen, reduziert eine Vitamin-D-Supplementierung bei allen Teilnehmern die Rate an Asthmaexazerbationen (adjustiertes Inzidenzratenverhältnis [aIRR] 0,74, 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,56–0,97; p=0,03; 955 Teilnehmer in 7 Studien; hoher Qualitätsscore). Die Analyse der Subgruppen zeige, so die Forscher, dass die protektiven Effekte der Vitamin-D-Supplementierung bei solchen Teilnehmern zu finden war, die einen Ausgangs-25(OH)D-Spiegel von weniger als 25 nmol/l aufwiesen (aIRR 0,33, 0,11–0,98; p=0,046; 92 Teilnehmer in 3 Studien; moderater Qualitätsscore), nicht aber bei Teilnehmern mit einem höheren 25(OH)D-Ausgangswert (aIRR 0,77, 0,58–1,03; p=0,08; 764 Teilnehmer in 6 Studien; moderater Qualitätsscore; pinteraction=0,25). Die p-Interaktionswerte waren für alle anderen Subgruppenanalysen ebenfalls höher als 0,05, sodass sich keine signifikanten Unterschiede der Behandlung zeigten, die in einer Gruppe stärker gewesen wären als in einer anderen, so die Studienautoren. Fazit Eine Vitamin-D-Supplementierung reduzierte in der Studie die Rate von Asthma-Exazerbationen, die insgesamt mit systemischen Corticosteroiden behandelt werden mussten. Die Autoren fanden keine endgültigen Belege dafür, dass sich die Auswirkungen dieser Intervention zwischen den Patientengruppen unterschieden. Autoren: Jolliffe DA et al. Korrespondenz: Prof. Adrian R. Martineau, Centre for Primary Care and Public Health, Blizard Institute, Barts and The London School of Medicine and Dentistry, Queen Mary University of London, London E1 2AB, Großbritannien; [email protected] Studie: Vitamin D supplementation to prevent asthma exacerbations: a systematic review and meta-analysis of individual participant data Quelle: Lancet Respir Med 2017;5(11):881–890. Web: www.thelancet.com/journals/lanres
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