Vitamin-D3-Supplementierung senkt die Zahl der Atemwegsinfekte bei Vorschulkindern nicht

SANTIAGO (Biermann) – Die Supplementierung mit Cholecalciferol (Vitamin D3) führt bei Vorschulkindern zwar zu verbesserten 25-Hydroxy­cholecalciferol(25[OH]D)-Spiegeln, die Zahl der akuten Atemwegsinfekte (ARI) geht dadurch allerdings nicht zurück. Zu diesem Schluss kommt ein chilenisches Forscherteam, das untersucht hatte, ob eine Vitamin-D-Supplementierung Kinder vor ARI schützen kann.

In die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie schlossen María Loreto Reyes von der Pontificia Universidad Católica de Chile in Santiago, Chile, und Kollegen 303 Kinder im Alter von 1,5–3,5 Jahren ein, die in 3 chilenischen Städten in unterschiedlichen Breitengraden lebten: Santiago (n=101), Talcahuano (n=103) und Punta Arenas (n=99). Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 26±6 Monate, 45 % waren weiblich.

Die Teilnehmer wurden im Verhältnis 1:1:1 auf Placebo, Cholecalciferol 5600 IE/Woche (niedrige Dosis) oder Cholecalciferol 11.200 IE/Woche (hohe Dosis) für 6 Monate randomisiert. Primärer Zielparameter der Studie war die von den Eltern angegebene Anzahl an ARI, sekundäre Endpunkte waren die Anzahl der Krankenhausaufenthalte wegen ARI, die Veränderung der Serumspiegel von 25(OH)D und des antimikrobiellen Peptids Cathelicidin LL-37 sowie unerwünschte Ereignisse.

Zu Studienbeginn lag der Ausgangswert für 25(OH)D bei 24,9±6,1 ng/ml, wobei 23 % der Kinder einen 25(OH)D-Wert <20 ng/ml aufwiesen. Zwischen den Studiengruppen bestanden zu Beginn keine signifikanten klinischen oder labormedizinischen Unterschiede. Am Ende der Studie lagen den Forschenden Daten von 194 Teilnehmern (64 %) vor.

Bei diesen konnte nach 6 Monaten Vitamin-D-Supplementierung ein dosisabhängiger Anstieg des 25(OH)D-Serumspiegels beobachtet werden (p<0,001), wobei der Anteil der Probanden, die die Studie mit einem 25(OH)D-Wert <20 ng/ml beendeten, in der Placebogruppe (30,8 %) deutlich höher war als in der niedrig dosierten (7,4 %) und der hoch dosierten Gruppe (5,1 %). Gruppen­unterschiede in Bezug auf die Anzahl der ARI (p=0,85), die ARI-Krankenhausaufenthalte (p=0,20), die Cathelicidin-LL37-Veränderung (p=0,30) oder unerwünschte Ereignisse (p=0,41) beobachteten die Forschenden nicht. (ej)

Autoren: Reyes ML et al.
Korrespondenz: Arturo Borzutzky; [email protected]
Studie: Weekly Vitamin D Supplementation to Prevent Acute Respiratory Infections in Young Children at Different Latitudes: A Randomized Controlled Trial
Quelle: J Pediatr 2024 Dec:275:114249.
Web: doi.org/10.1016/j.jpeds.2024.114249