Vorhofflimmern: Kombination von systematischem und opportunistischem Screening

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Opportunistisches Screening auf Vorhofflimmern erzielt eine höhere Teilnahmerate als ein systematisches Einladungsverfahren, erfasst insgesamt aber weniger Menschen. Eine Kombination beider Ansätze könnte diese Schwächen ausgleichen.

Die STROKESTOP-III-Studie untersuchte, ob ein opportunistisches Screening auf Vorhofflimmern (AF) die Beteiligungsrate im Vergleich zu einem systematischen Screening verbessern könnte. Da etwa ein Drittel der AF-Fälle asymptomatisch sein kann, ist eine Früherkennung und entsprechende Behandlung wichtig, um das Risiko für Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Demenz zu reduzieren.

Wie die Autoren aus Schweden in „EP Europace“ berichten, erhöhte das opportunistische Screening die Teilnahmerate unter eingeladenen Personen und erreichte eine Population mit höherem kardiovaskulärem Risiko. Seine Reichweite in der Gesamtpopulation wurde jedoch durch die unvollständige Prüfung der Teilnahmeberechtigung begrenzt. Die Kombination opportunistischer und systematischer Strategien könnte daher nach Ansicht der Autoren die Reichweite und Teilnahmerate in Screeningprogrammen zum Vorhofflimmern optimieren.

Stärken und Schwächen der Screening-Varianten

 STROKESTOP III ist eine cluster-randomisierte Studie mit Personen im Alter von 75 und 76 Jahren aus 16 hausärztlichen Zentren in der schwedischen Region Värmland. Die Zentren wurden einem systematischen Screening mit postalischer Einladung oder einem opportunistischen Screening mit Einladung im Rahmen eines Arztbesuchs randomisiert zugeteilt. 

Im systematischen Studienarm waren 1312 Personen teilnahmeberechtigt und wurden eingeladen. Davon nahmen 607 Personen teil. Im opportunistischen Studienarm suchten 1390 Personen die teilnehmenden hausärztlichen Zentren auf und kamen potenziell für eine Einladung infrage. Bei 641 Personen wurde jedoch nicht geprüft, ob sie die Einschlusskriterien erfüllten. Von den 749 hinsichtlich der Teilnahmeberechtigung untersuchten Personen waren 609 teilnahmeberechtigt, und 374 nahmen teil. 

Die Teilnahmerate unter den eingeladenen, teilnahmeberechtigten Personen war beim opportunistischen Screening signifikant höher als beim systematischen Screening (61,4% vs. 46,3%; p<0,005). Die Reichweite in der Gesamtpopulation war im opportunistischen Studienarm jedoch aufgrund der unvollständigen Prüfung der Teilnahmeberechtigung geringer (25,3% vs. 42,2%; p<0,005). Die Teilnehmer des opportunistischen Studienarms wiesen eine höhere Belastung durch kardiovaskuläre Risikofaktoren auf, darunter häufiger eine arterielle Hypertonie und einen Diabetes mellitus. Die Ausschlussrate war höher (18,7% vs. 8,7%; p<0,005), hauptsächlich aufgrund eines bereits diagnostizierten Vorhofflimmerns und kognitiver Beeinträchtigungen. (ins)