Weltkindertag: Deutsche Leberstiftung warnt vor steigender Zahl an Fettlebererkrankungen

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Angesichts der steigenden Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder warnt die Deutsche Leberstiftung zum Weltkindertag vor den Folgen dieser Entwicklung für die Lebergesundheit. Fettlebererkrankungen träten bereits im Kindesalter immer häufiger auf – mit Auswirkungen auf die körperliche und psychische Entwicklung, mahnt die Stiftung.

Die Zahl der Fettlebererkrankungen (Steatotic Liver Disease, SLD) bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu. Bereits heute entwickelt mehr als jedes dritte Kind mit Adipositas (Fettleibigkeit) eine Metabolisch dysfunktions-assoziierte Steatotische Lebererkrankung (MASLD). Die Erkrankung verläuft häufig lange unbemerkt, kann aber bereits im Kindesalter zu einer entzündlichen Form, der Metabolisch dysfunktions-assoziierten Steatohepatitis (MASH), fortschreiten und das Risiko für eine Leberzirrhose deutlich erhöhen.

Klinische Bedeutung der Fettlebererkrankung im Kindesalter steigt

„Die MASLD ist heute die häufigste Lebererkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Sie kann eine frühe Vorstufe eines Typ-2-Diabetes sein und ist bereits einer der Hauptgründe dafür, dass junge Erwachsene auf die Warteliste für eine Lebertransplantation aufgenommen werden müssen. Um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, ist es entscheidend, MASLD bereits im Kindesalter frühzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln. Bekannt ist zudem, dass metabolisch bedingte chronische Erkrankungen, die in der Kindheit beginnen, häufig bis ins Erwachsenenalter fortbestehen – mit Folgen wie einer verkürzten Lebenserwartung und einer eingeschränkten Lebensqualität“, erklärt Prof. Ulrich Baumann, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Pädiatrische Gastroenterologie und Hepatologie, an der Medizinischen Hochschule Hannover die zunehmende klinische Relevanz der Fettlebererkrankung im Kindes- und Jugendalter.

Früherkennung: Fettleber bei Kindern ist oft noch umkehrbar

Vor diesem Hintergrund seien eine frühe Erkennung der Lebererkrankung und eine konsequente Lebensstiländerung bei adipösen Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Oft könne dadurch das Fortschreiten einer Fettlebererkrankung wirksam aufgehalten und in vielen Fällen sogar eine Rückbildung erreicht werden, betont die Deutsche Leberstiftung. Bei Kindern und Jugendlichen, bei denen eine Adipositas diagnostiziert wurde, sollten daher die Leberwerte im Blut überprüft werden. Zeigten sich erhöhte Werte und lassen sich andere Ursachen ausschließen, sei eine zeitnahe Anpassung des Lebensstils dringend erforderlich. Im Mittelpunkt stehe dabei eine dauerhafte Umstellung der Ernährung, ergänzt durch mehr Bewegung und eine nachhaltige Gewichtsreduktion.

Hochverarbeitete Lebensmittel als Risiko

Der regelmäßige Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel wie zuckerhaltiger Getränke, Snacks oder Fertiggerichte könne bereits im Kindesalter gesundheitliche Folgen haben, warnt die Stiftung. Problematisch werde es insbesondere dann, wenn hochverarbeitete Produkte frische, nährstoffreiche Mahlzeiten dauerhaft ersetzten. Die hohe Energiedichte, viel Zucker, Salz und Fett sowie Zusatzstoffe begünstigten eine übermäßige Kalorienaufnahme und damit Übergewicht – ein zentraler Risikofaktor für die Entwicklung einer Fettlebererkrankung.

„Hochverarbeitete Lebensmittel sind für Kinder besonders kritisch, wenn sie regelmäßig an die Stelle frisch zubereiteter Mahlzeiten treten. Im Vergleich zu Erwachsenen ist ein zusätzlicher Aspekt relevant: die mögliche Beeinträchtigung von Wachstum und Entwicklung. Entscheidend ist, dass Kinder wieder stärker an eine ausgewogene Ernährung mit frischen Lebensmitteln herangeführt werden – denn Ernährung ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren für die Lebergesundheit. Eine ausgewogene Ernährung und feste Mahlzeiten sind wichtige Bausteine für eine gesunde Entwicklung und können dazu beitragen, Übergewicht und einer Fettlebererkrankung vorzubeugen – und eine gesunde, starke Zukunft zu gewährleisten“, erklärte Baumann.