VSOU-Tagung: „Große Ehre, den Jubiläumskongress zu organisieren“28. April 2022 Johannes Flechtenmacher (l.) und Mario Perl, die Kongresspräsidenten der VSOU-Frühjahrtagung im Dialog über “Was kommt? Was bleibt?”. Foto: hr/Biermann Medizin Sichtlich erfreut, dass der VSOU-Kongress wieder in Präsenz stattfindet, führten die Kongresspräsidenten Prof. Mario Perl und Dr. Johannes Flechtenmacher durch die feierliche Eröffnung der diesjährigen VSOU-Frühjahrtagung, auf der Medizin-Ethiker Prof. Giovanni Maio über ärztliche Identität sprach. „Es ist eine große Ehre den Jubiläumskongress zu organisieren“, betonte Perl. Im Dialog widmeten sich die Kongress-Präsidenten anschließend den Verwerfungen und Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gesundheitssystem und zukünftige Herausforderungen, insbesondere für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Wir erleben einen Zeitenwandel“, so Flechtenmacher. Der Fokus müsse künftig viel mehr auf den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegen, die gerade in der Pandemie viel geleistet hätten. Nötig sei mehr gesellschaftliche und finanzielle Wertschätzung für die medizinischen Assistenzberufe. Freier Arztberuf als hohes Gut Auf die Frage nach zukünftigen Herausforderungen gerade für Ärztinnen und Ärzte antwortete Flechtenmache provokant mit einer Gegenfrage ins Publikum: „Wollen Sie künftig für eine Betriebskrankenkasse, für Helios, einen Investmentfond oder Tschibo arbeiten? Nein? Dann müssen Sie sich für den freien Arztberuf entscheiden!“ Ökonomie sei zwar wichtig, aber der freie Beruf ein hohes Gut, so Flechtenmacher weiter. Problematisch sieht der niedergelassene Orthopäde auch das Thema Telematik-Infrastruktur, das auch die Klinikärzte noch einholen werde. Regularien und gesetzliche Vorgabe betreffen auch die Kliniken, wie Perl ergänzte. Teilweise habe man diese Regularien selbst geschaffen, beispielsweise in der Qualitätssicherung. Aber Kliniken bekämen auch politische motivierte Regularien „übergestülpt“. Klare Entscheidungen würden nicht getroffen, so Perl. Er mahnte eine vorausschauende Politik an und betonte: „Wir sind zwar die Experten, aber nicht die Entscheidungsträger. Wir brauchen eine bessere Kommunikation mit politischen Entscheidungsträgern.“ Arztberuf ist kein Dienstleistungsberuf Festredner Giovanni Maio. Foto: hr/Biermann Medizin Mit der Frage was der Arztberuf eigentlich ist, der ärztlichen Identität, beschäftigte sich Giovanni Maio. Dabei sei der Arztberuf eben kein Dienstleistungsberuf in dem Sinne, das etwas angeboten wird. „Der Arzt tritt auf den Plan, wenn eine Not aufgetaucht ist“, betonte Maio. Er definierte ärztliche Identität zum eine als „Verantwortungsberuf“ – dabei enthalte das Wort bereits die Aufforderung eine „richtige Antwort auf die Not des anderen zu finden“. Zentrale Werte seien der Wunsch zu helfen und Patienten zu unterstützen und Sorgfalt bei der Stellung von Indikationen, die Behandlung und Begleitung des Patienten. Damit ist der Arztberuf für Maio auch ein „Beziehungsberuf”. Wesentlich sei auch die Vertrauensbasis zwischen Arzt und Patient. Dieses entgegengebrachte Vertrauen verpflichte den Arzt aber, sich um den Patienten zu kümmern und damit ist der Arztberuf auch ein „Sorgeberuf”. (ja)
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“" Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“ Mit der Gebührenordnung für Ärzte zum Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger (UV-GOÄ) kommt es zu deutlichen Verbesserungen für die Abrechnung arthroskopischer Operationen und der Grundleistungen.
Mehr erfahren zu: "DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“" DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“ Im Interview sprechen die drei Präsidenten des DKOU 2026 über Gesundheitspolitik, Herausforderungen für O & U und Programm-Highlights