Was Gruppenprogramme bei chronischen Schmerzen bewirken können24. Juli 2025 © New Africa – stock.adobe.com (Symbolbild) Gruppenprogramme für chronische Schmerzen sind evidenzbasiert und werden häufig eingesetzt. Welchen Anteil die Gruppe selbst zur Wirkung unterschiedlichster Programme beiträgt, war bislang unklar – und wurde daher in einer aktuellen Metasynthese australischer Forschender näher beleuchtet. Das Team um Marelle K. Wilson von der University of South Australia durchsuchte die Datenbanken MEDLINE, EMBASE, EmCare, PsycINFO, Scopus und CINAHL nach qualitativen Studien, die die Erfahrungen von Personen untersuchten, welche an einem beliebigen Gruppenprogramm für Menschen mit chronischen Schmerzen teilgenommen hatten. Sie identifizierten 93 Studien mit 1806 Probanden, die sie in ihre Metasynthese einbezogen. Die Teilnehmer partizipierten häufig an Gruppenprogrammen, weil sie unter sozialen Problemen wie Einsamkeit und Scham litten. Die methodische Qualität der Studien bewerteten die Autoren anhand der Checkliste des Critical Appraisal Skills Programmes, die Metasynthese erfolgte nach einem thematischen Syntheseansatz. Wilson und Kollegen berichten, dass die Programme überwiegend aus mehreren Komponenten bestanden, mit vielfältigen Interventionen und Vermittlern. Aus diesen generierten sie 3 analytische Themenfelder: 1. Interaktion mit Gleichaltrigen: Viele Teilnehmer nannten die Interaktion mit Gleichaltrigen als wichtigsten Aspekt ihres Programms. 2. Vergleich mit anderen Gruppenmitgliedern: Soziale Vergleiche wurden häufig vorgenommen und erwiesen sich in der Regel als hilfreiche kognitive Strategie. 3. Über das Programm hinaus: Die gesprächsbasierte Interaktion mit Gleichgesinnten kann zu Veränderungen der Perspektive und des Verhaltens führen, das bedeutet, die Gruppe selbst trägt zu Veränderungen bei. Die Studienautoren weisen auch darauf hin, dass Gruppenfaktoren innerhalb von Gruppenprogrammen möglicherweise unterschätzt wurden. Zukünftige Forschungen zu Gruppenfaktoren in Programmen für Menschen mit chronischen Schmerzen sollten die Gruppenteilnehmer einbeziehen, lautet die Conclusio der Autoren. Fazit Die Auswertung ergab, dass die meisten Teilnehmer eines Gruppenprogrammes für chronische Schmerzen die Gruppe selbst schätzten und die Interaktion sowie den Vergleich mit Gleichaltrigen als nützlich empfanden. (ah) Autoren: Wilson MK et al. Korrespondenz: Marelle K. Wilson; [email protected] Studie: Consumer perspectives of the group itself in group-delivered programs for people with chronic pain: A systematic review and meta-synthesis. Quelle: J Pain 2025;30:104774. Web: https://doi.org/10.1016/j.jpain.2024.104774
Mehr erfahren zu: "„Das Mindset muss sich ändern“" „Das Mindset muss sich ändern“ Die weltpolitische Lage mit Konflikten und Kriegen allerorts und insbesondere der nahe Krieg in der Ukraine verändern auch die Medizin tiefgreifend. Kriegsbedingte Versorgungsfragen verrücken den medizinischen Alltag und erfordern eine […]
Mehr erfahren zu: "Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“" Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“ Für die gesetzlichen Krankenkassen sind bessere Bedingungen für Versicherte bei der Terminvergabe „überfällig“. In der schwarz-roten Koalition werden Rufe nach Änderungen dringlicher. Kommt das duale System von gesetzlicher und privater […]
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.