Weichmacher aus Kunststoff verändern vorübergehend Beweglichkeit von Spermien24. Januar 2024 Weichmacher sind in vielen Plastikverpackungen enthalten. Foto: As13Sys – stock.adobe.com Eine aktuelle Studie von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) belegt, dass sich die Spermienbewegung für einige Tage verändert, wenn der Körper verstärkt Weichmachern ausgesetzt wurde. Weichmacher finden sich in vielen Alltagsgegenständen wie Plastikflaschen, Trinkbecherbeschichtungen oder Kassenbons gibt. Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang dieser Substanzen mit männlichen Fruchtbarkeitsstörungen. Die Arbeitsgruppe um Prof. Gunther Wennemuth, Direktor des Instituts für Anatomie an der UDE, ging der Frage nach, wie sich Weichmacher auf Spermien auswirken. Sie konnte zeigen, dass sie vorübergehend die Spermien unbeweglicher machen. Für die Studie wurden Spermienproben von 25 gesunden Männern verwendet, die regelmäßig Thrombozyten spenden. Da das Blut dieser Spender über einen Zeitraum von bis zu zwei Stunden durch Schlauchsysteme aus Plastik geleitet wird, werden zwangsläufig Weichmacher in ihr Blut abgegeben. Bei der Untersuchung einzelner Spermien konnten die Forscher zeigen, dass die Frequenz der Spermienschwanzschläge abnahm. Die Schlagfrequenz gilt als wichtiger Parameter der Spermienbewegung. Gleichzeitig zeigte sich, dass die Samenflüssigkeit (Ejakulat) eine stark erhöhte Menge von Abbauprodukten des Weichmachers DHEM (MEHP, 5OH-MEHP, 5oxo MEHP, 5cx-MEPP) enthielt. „Die verminderte Schlagfrequenz der Spermien und die erhöhte Weichmacherkonzentration waren auch noch 48 Stunden nach der Thrombozytenspende nachweisbar“, berichtet Wennemuth. Erst eine Woche später hätten sich bei den untersuchten Probanden wieder die Ausgangswerte von Spermienbewegung und Weichmacherkonzentration eingestellt. „Die von uns beobachteten Veränderungen bedeuten nicht zwangsläufig, dass gesunde Männer eine Unfruchtbarkeit durch Thrombozytenspenden oder eine hohe Weichmacherexposition befürchten müssen“, betont Wennemuth. „Es ist jedoch möglich, dass eine bereits bestehende eingeschränkte Fruchtbarkeit bei Männern auf diese Weise verstärkt wird.“ Weitere Studien mit einer größeren Anzahl von Probanden seien erforderlich, um die tatsächlichen Auswirkungen von Weichmachern auf die männliche Fertilität zu untersuchen. (UDE/ms)
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