Weltdiabetestag: Erster Bericht zur Nationalen Diabetesüberwachung16. November 2019 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Foto: © BMG Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, ist höher als viele denken. Fast 80 Prozent der Befragten, die laut eines Testergebnisses ein erhöhtes Risiko für eine Typ-2-Diabeteserkrankung aufweisen, schätzen ihr Erkrankungsrisiko selbst als gering ein. Das ergab ein bundesweiter Befragungssurvey des Robert Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Die Gefahr, an Diabetes zu erkranken, wird viel zu häufig unterschätzt. Das kann schwerwiegende Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, dass Diabetes früh erkannt und rechtzeitig behandelt wird. Der Diabetesbericht liefert wichtige Daten, um Prävention und Versorgung noch besser steuern zu können.“ Das RKI hat anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November den ersten Bericht der Nationalen Diabetes-Surveillance („Diabetesüberwachung“) vorgelegt. Ein Rückgang von Risikofaktoren des Typ-2-Diabetes wie Rauchen und Bewegungsmangel sowie weniger Folgeerkrankungen wie Erblindungen und Amputationen, hingegen ein Anstieg beim Schwangerschaftsdiabetes – dies sind Beispiele für aktuelle Entwicklungen beim Thema Diabetes. Der Diabetesbericht stellt Ergebnisse für vier Handlungsfelder vor: Risiken reduzieren, Früherkennung und Behandlung verbessern, Komplikationen reduzieren sowie Krankheitslast und Krankheitskosten senken. Den Aufbau der Nationalen Diabetes-Surveillance fördert das Bundesministerium für Gesundheit seit Ende 2015. Die Surveillance führt wesentliche Informationen zum Diabetesgeschehen aus verfügbaren Datenquellen zusammen und bereitet sie zeitnah und handlungsorientiert auf. Damit werden verlässliche Informationen und Entscheidungsgrundlagen für Öffentlichkeit, Politik, Versorgung und Forschung geschaffen. Diabetes mellitus erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenversagen, Erblindung und Fußamputationen. Hierüber geht gesunde Lebenszeit und Lebensqualität verloren, insbesondere wenn die Krankheit lange unerkannt bleibt oder unzureichend behandelt wird. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts: „Diabetes gehört in Deutschland und in vielen anderen Ländern zu den wichtigsten nichtübertragbaren Krankheiten und damit zu den großen Public-Health-Herausforderungen. Hier müssen wir gemeinschaftlich handeln.“ In Deutschland haben nach Daten des Robert Koch-Instituts 9,2 Prozent der 18- bis 79-jährigen Bevölkerung einen Diabetes, darunter sind 2,0 Prozent mit einem unerkannten Diabetes. Die weitaus häufigste Form von Diabetes ist der Typ-2-Diabetes. Wichtige Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes sind genetische Faktoren, ein höheres Lebensalter und beeinflussbare Faktoren. Hierzu zählen Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, starkes Übergewicht und Rauchen – alles Faktoren, die auch für andere wichtige nichtübertragbare Krankheiten Bedeutung haben und von der Lebenswelt mitbeeinflusst werden. Um das eigene Krankheitsrisiko besser einzuschätzen und Diabetes besser vorzubeugen, bietet die BZgA gemeinsam mit Kooperationspartnern auf der Internetseite http://www.diabinfo.de einen „Diabetes-Risiko-Test“ an. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen langfristig Blutgefäße, Nerven und zahlreiche Organe. Ein wichtiger Schritt zur Vorbeugung ist es, sich über das eigene Krankheitsrisiko bewusst zu werden und den Online-Test durchzuführen. Dabei werden Fragen nach Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, Familienanamnese und Taillenumfang gestellt.“ Der Diabetes-Online-Test zur Abschätzung des Risikos, innerhalb der nächsten fünf Jahre an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken, wurde vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) entwickelt.
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