Weltweit neues Verfahren gegen Vorhofflimmern am UKSH6. Mai 2025 Das Team der Klinik für Rhythmologie um Klinikdirektor Roland Tilz (3.v.l.) freut sich mit seinem Patienten (4.v.l.) über den gelungenen Eingriff mit dem innovativen Kathetersystem. (Foto: ©UKSH) Erstmals außerhalb einer Studie wurde am Universitätsklinikum Schlesweig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, ein innovativer Ballon-in-Basket-PFA-Katheter eingesetzt. Er soll eine gezieltere und schonendere Vorhofflimmer-Behandlung ermöglichen. Die gängigen Ablationsverfahren zur Behandlung eines Vorhofflimmerns setzen Hitze oder Kälte ein, um das krankhafte Herzgewebe zu veröden. Dabei besteht jedoch das Risiko, auch gesundes Gewebe zu schädigen. Ein neu entwickelter Ballon-in-Basket-Ablationskatheter, der auf der Pulsed-Field-Ablation (PFA) basiert, verspreche nun eine deutlich schonendere und gleichzeitig effektivere Alternative, wie das UKSH in einer Mitteilung hervorhebt. Am 21. März 2025 sei an der Klinik für Rhythmologie des UKSH, Campus Lübeck, erstmals weltweit dieses Verfahren außerhalb einer klinischen Studie gemeinsam mit einem weiteren internationalen Zentrum angewendet worden. Die PFA-Technologie nutzt hochenergetische elektrische Impulse, um gezielt Herzgewebe zu verändern. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren, bei denen gesunde Strukturen mit betroffen sein können, erlaubt diese Methode eine besonders gewebeschonende Behandlung“, erläutert Prof. Tilz, Direktor der Klinik für Rhythmologie. Der verwendete Katheter kombiniert die Ballon-Technologie mit einem flexiblen Korbaufbau. „Das Besondere ist, dass wir nur eine gezielte Applikation benötigen, um das gesamte Zielareal zu erreichen. Das spart Zeit und senkt das Risiko für unsere Patientinnen und Patienten erheblich“, so Tilz weiter. Blick auf den Monitor: Live-Aufnahmen des Katheters während der Ablation.(Abbildung: ©UKSH) Das UKSH war das einzige Zentrum in Deutschland und eines von weltweit elf, die an der Zulassungsstudie zu diesem innovativen Katheter teilgenommen haben. Nirgendwo sonst seien mehr Patientinnen und Patienten mit dem neuen Verfahren behandelt worden, erklärt das UKSH. Die Ergebnisse der Studie VOLT CE Mark wurden bereits als „Late Breaking Clinical Trial“ auf dem Atrial Fibrillation Symposium 2025 in Boston, USA, sowie dem EHRA-Kongress der Europäischen Gesellschaft für Rhythmologie im März 2025 in Wien, Österreich, vorgestellt und zeitgleich wissenschaftlich publiziert. „Wir sind sehr stolz, unseren Patientinnen und Patienten bereits jetzt dieses hochinnovative Verfahren anbieten zu können“, sagt Tilz.
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