Weltweite Mortalität aufgrund von Influenza-assoziierten Atemwegserkrankungen

Influenza
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Eine neue Schätzung der weltweiten Mortalität aufgrund von Atemwegserkrankungen im Zusammenhang mit einer Influenza-Infektionen liegt über den bisher bekannten Zahlen. Das berichten die Autoren einer aktuellen Studie, für die entsprechende Berechnungen durchgeführt wurden. Es sollte untersucht werden, so die Forscher, inwieweit Todesursachen, die nicht mit den Atemwegen zusammenhängen, zur globalen Influenza-assoziierten Mortalität beitragen.

Bisherige Schätzungen – meist seitens der Weltgesundheitsorga­nisation WHO – seien von 250.000–500.000 Todesfällen aufgrund von Infektionen mit saisonalen Influenzaviren ausgegangen. Die Verfasser der aktuellen Arbeit verwendeten nun für eine neue Beurteilung der Situation landesspezifische Schätzungen der mit Influenza assoziierten zusätzlichen Mortalität (excess mortality rates [EMR]) aufgrund von Erkrankungen der Atemwege aus den Jahren 1999–2015. Die analysierten Daten stammten aus 33 Ländern und wurden für Länder, für die keine Informationen vorlagen, extrapoliert.

Die Länder, für die eine EMR bekannt war, machten 57 % der Weltbevölkerung aus. Die geschätzte durchschnittliche EMR in Bezug auf Influenza-assoziierte Atemwegserkrankungen pro Jahr lag zwischen 0,1 und 6,4 pro 100.000 Personen in der Altersgruppe der unter 65-Jährigen und zwischen 2,9 und 44 pro 100.000 Personen bei Personen zwischen 65 und 74 Jahren. In der Altersgruppe der über 75-Jährigen lag die EMR zwischen 17,9 und 223,5 pro 100.000 Personen.

Die Studienautoren berechneten, dass jährlich 291.243–645.832 Grippe-assoziierte Todesfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen auftreten (4,0–8,8 pro 100.000). Die höchsten Mortalitätsraten wurden in der Analyse in Afrika südlich der Sahara beobachtet (2,8–16,5 pro 100.000 Personen) sowie in Südostasien (3,5–9,2 pro 100.000 Personen) und bei Personen im Alter von 75 Jahren oder älter (51,3–99,4 pro 100.000 Personen). Die Studien­autoren berechneten außerdem für 92 Länder, dass unter Kindern, die jünger sind als 5 Jahre, jährlich 9243–105.690 entsprechende Todesfälle auftreten.

Fazit
Diese im Lancet publizierten globalen Influenza-assoziierten Sterblichkeitsraten für Atemwegserkrankungen seien höher als zuvor berichtet, so die Studienautoren. Dies lasse darauf schließen, dass frühere Schätzungen die Krankheitslast unterschätzt haben.

Autoren: Iuliano AD et al.
Korrespondenz: Dr. A. Danielle Iuliano, Influenza Division, Centers for Disease Control and Prevention, Atlanta, GA 30329-4027, USA; [email protected]
Studie: Estimates of global seasonal influenza-associated respiratory mortality: a modelling study
Quelle: Lancet 2018;391(10127):1285–1300.
Web: www.thelancet.com/journals/lancet

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