Weniger kardiovaskuläre Ereignisse bei Risikopatienten mit Salzersatzstoff24. Dezember 2021 © Vasiliy – stock.adobe.com (Symbolbild) Einer Cluster-randomisierten Studie im „New England Journal of Medicine“ zufolge führt die Substitution von gewöhnlichem Kochsalz (100% Natriumchlorid) durch ein Salzersatzprodukt aus 75% Natriumchlorid und 25% Kaliumchlorid bei Personen mit einer Vorgeschichte von Schlaganfall oder im Alter von ≥60 Jahren und hohem Blutdruck über einen Zeitraum von knapp 5 Jahren zu verminderten Raten von Schlaganfall, schweren kardialen Komplikationen (MACE) und Tod jeglicher Ursache. Hintergrund der Studie war, dass Salzersatzstoffe mit reduziertem Natrium- und erhöhtem Kaliumgehalt zwar nachweislich den Blutdruck senken, ihre Auswirkungen auf kardiovaskuläre und sicherheitsrelevante Ergebnisse blieben jedoch ungewiss. Eine internationale Arbeitsgruppe mit Forschenden aus Australien, Großbritannien und China führten daher eine offene, Cluster-randomisierte Studie durch, an der Menschen aus 600 Ortschaften im ländlichen China teilnahmen. Die Teilnehmenden (n=20.995; 49,5% weiblich) hatten in der Vergangenheit einen Schlaganfall erlitten (72,6%) oder waren ≥60 Jahre alt (mittleres Alter 65,4 Jahre) und hatten einen hohen Blutdruck (88,4%). Die Dörfer wurden nach dem Zufallsprinzip im Verhältnis 1:1 der Interventionsgruppe mit dem Salzprodukt oder der Kontrollgruppe mit normalem Salz zugewiesen. Der primäre Endpunkt war der Schlaganfall, die sekundären Endpunkte waren MACE und Tod jeglicher Ursache. Die durchschnittliche Dauer der Nachbeobachtung betrug 4,74 Jahre. Die Schlaganfallrate war mit dem Salzersatz niedriger als mit normalem Salz (29,14 vs. 33,65 Ereignisse/1000 Personenjahre [PJ]; Ratenverhältnis [RR] 0,86; 95%-KI 0,77–0,96; p=0,006), ebenso wie die Rate der MACE (49,09 vs. 56,29 Ereignisse/1000 PJ; RR 0,87; 95%-KI 0,80–0,94; p<0,001) und Tod (39,28 vs. 44,61 Ereignisse/1000 PJ; RR 0,88; 95%-KI 0,82–0,95; p<0,001). Die Rate der schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse, die auf Hyperkaliämie zurückzuführen waren (Sicherheitsendpunkt), war bei dem Salzersatz nicht signifikant höher als bei normalem Salz (3,35 vs. 3,30 Ereignisse/1000 PJ; RR 1,04; 95%-KI 0,80–1,37; p=0,76). Fazit Bei Personen, die einen Schlaganfall in der Vorgeschichte hatten oder 60 Jahre oder älter waren und an Bluthochdruck litten, waren die Häufigkeit von Schlaganfällen, schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen und Todesfällen jeglicher Ursache mit dem Salzersatz niedriger als mit normalem Salz. (ah) Autoren: Neal B et al. Korrespondenz: Yangfeng Wu; [email protected] Studie: Effect of Salt Substitution on Cardiovascular Events and Death Quelle: N Engl J Med 2021;385:1067–1077. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2105675
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