Wer profitiert von Virtueller Realität beim Schmerzmanagement?

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Es gibt immer mehr Belege für die Anwendung der Virtuellen Realität (VR) in der Schmerzbehandlung, allerdings mit unterschiedlicher Wirksamkeit. Wissenschaftler vom Radboud University Medical Center in Nijmegen (Niederlande) überprüften nun anhand einer systematischen Auswertung und Metaanalyse, die 122 randomisierte kontrollierte Studien mit 9138 Patienten umfasste, patienten- und VR-bezogene Faktoren, die die Wirksamkeit von VR beeinflussen.

Inkludierte Studien berichteten über subjektiv vermittelte Schmerzwerte und verglichen eine immersive VR-Intervention mit einer Nicht-VR-Kontrollgruppe. In der gepoolten Analyse führte die VR zu einer signifikanten Schmerzreduktion (standardisierte mittlere Differenz -0,65; 95%-KI −0,76 bis −0,54; p<0,001). Subgruppenanalysen ergaben keine signifikanten Unterschiede zwischen den Schmerzarten, das heißt die Auswirkungen der VR waren bei akuten, chronischen und prozeduralen Schmerzen ähnlich.

Die Verfasser der Studie führten univariate und multivariate Meta-Regressionsanalysen durch, um die Auswirkungen von Interventions-, Patienten- und Schmerzmerkmalen auf VR zu untersuchen. Die VR führte zu einer wirksamen Schmerzlinderung, insbesondere bei Patienten mit mittleren bis starken Schmerzen und bei jüngeren Probanden.

Studien, in denen VR mit einer Kontrollgruppe verglichen wurde, die keine Ablenkungsmethoden erhielt, waren mit höheren Effektstärken verbunden. Die Wirkung von VR hing nicht mit einer bestimmten Häufigkeit oder Dauer der Anwendung zusammen. Die Art der Software und die Interaktionsebene waren in der univariablen, nicht aber in der multivariablen Meta-Regressionsanalyse mit den VR-Effekten assoziiert.

Einschränkend weisen die Forscher darauf hin, dass die Heterogenität bei allen Metaanalysen beträchtlich und das Risiko einer Verzerrung bei den meisten eingeschlossenen Studien mäßig bis hoch gewesen sei. Sie empfehlen, Studien zu den Mechanismen der VR-Analgesie bei jüngeren Patienten und jenen mit mäßigen bis starken Schmerzen durchzuführen, um ihre Erkenntnisse zu bestätigen, wobei das Risiko einer Verzerrung und die Vergleichsgruppe berücksichtigt werden sollten. Auch halten sie die optimale Anwendung von VR für langfristige Schmerzzustände für ein wichtiges Thema für die künftige Forschung.

Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass VR die Schmerzen bei akuten, chronischen und prozeduralen Schmerzzuständen signifikant reduzierte, insbesondere bei Patienten, die über mittelstarke bis starke Schmerzen berichteten, sowie in geringerem Umfang bei jüngeren Patienten. (ah)

Autoren: Lier EJ et al.
Korrespondenz: Elisabeth J Lier; [email protected]
Studie: Effect modifiers of virtual reality in pain management: a systematic review and meta-regression analysis
Quelle: Pain 2023;164(8):1658–1665.
Web: https://doi.org/10.1097/j.pain.0000000000002883