Wer weniger isst, kann länger und besser leben15. Januar 2020 © Afshar-Tetyana, AdobeStock Viele ältere Menschen plagen sich mit Schmerzen in Gelenken und Gewebestrukturen. Wie man das Altern verbessern und ohne allzu große Einschränkungen länger leben kann, ist ein Thema auf dem anstehenden 30. Kongress des Berufsverbandes für Arthroskopie (BVASK) in Düsseldorf. Der Kongressreferent Prof. K Lenhard Rudolph ist Leiter der Forschungsgruppe Stammzellalterung am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena und erklärt: „Bei den Grundlagen des Alterns geht es um die Stammzellen. Sie sind in fast allen Geweben nachweisbar und leider lässt ihre Funktion im Alter nach.“ Dies habe verschiedene Gründe: Zum einen werden mit jeder Zellteilung die Chromosomen immer instabiler, da die Telomere immer kürzer werden. Diese Enden der Erbgutfäden, die die Chromosomen ummanteln und stabil halten, seien vergleichbar mit den versiegelten Enden eines Schnürsenkels. Irgendwann sind sie so kurz, dass sich unsere Zellen nicht mehr teilen können und absterben. Je kürzer die Telomere, desto kürzer ist also noch die Lebenserwartung. Zum anderen verändert sich mit dem Altern die Blutzirkulation. Die Nischen im Gewebe, in denen die Stammzellen „sitzen“, altern auch, sodass sie die Stammzellen nicht mehr richtig steuern können. Ein ganz wichtiger Faktor des Alterns sei auch der Metabolismus, der eng mit der Ernährung zusammenhänge. „Wir können unser Altern über Diät steuern“, so Rudolph. „Wer im jungen bis mittleren Erwachsenenalter, bis zum 40./50. Lebensjahr weniger isst, wird voraussichtlich älter und das bei besserer Lebensqualität.“ Das heißt, auch Muskeln, Gewebe und Gelenke würden nicht so schnell altern und verschleißen. Und: sie könnten nach einer Operation wieder schneller heilen – trotz höheren Alters. Der Grund dafür sei die Anpassungsfähigkeit der Mitochondrien an eine Nahrungsknappheit. Um diese auszugeleichen, arbeiteten sie effektiver. Dadurch würden die Zellen insgesamt stärker und der Organerhalt wird verbessert. „Unsere Forschung sorgt dafür, die Probleme und Beschwerden des Alterns besser zu verstehen, um dann Therapiemöglichkeiten zu finden. Wir wollen die Gesundheitsspanne im Alter verbessern, damit wir alle möglichst lange körperlich und geistig fit bleiben können“, sagt Rudolph. Der Kongress findet vom 31. Januar bis 1. Februar statt. Infos unter: https://bvask-kongress.info/
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