Whole Slide Imaging: Digitale Dermatopathologie versus traditionelle Mikroskopie28. Januar 2019 © wildworx – fotolia.com (Symbolbild) Die digitale Dermatopathologie erfordert die Erzeugung, Verteilung und Archivierung sehr großer Bilder (Whole Slide Imaging, WSI); dieses System wird als der traditionellen Mikroskopie (TM) ebenbürtig anerkannt. Hinsichtlich der Interpretation melanozytärer Läsionen jedoch gibt es Stimmen, die das WSI gegenüber der TM als unterlegen ansehen. Da etwa 1 von 4 Hautbiopsien solche Läsionen aufweist, muss die Eignung für den klinischen Einsatz der WSI verifiziert werden. Um die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit bei der Diagnose melanozytärer Läsionen zu verifizieren, interpretierten 87 Pathologen randomisiert sowohl WSI-Bilder als auch TM-Bilder. Mit Ausnahme für melanozytäre Läsionen von Grad III gab es hinsichtlich der diagnostischen Genauigkeit keinen Unterschied zwischen TM und WSI. Die Diskordanz war bei den melanozytären Läsionen von Grad III im TM-Format niedriger als dies beim WSI-Format der Fall war. Diese Differenz dürfte nach Dafürhalten der Autoren von klinischer Signifikanz sein, da 6 % der TM-Bilder und 11 % der WSI-Bilder mit den genannten Läsionen als invasive Melanome interpretiert wurden. Die Reproduzierbarkeit der traditionellen und der digitalen Formate war in allen Untersuchungsfällen und allen Läsionsgraden gleich hoch, obwohl auch hier Grad III Läsionen mit einer nichtsignifikant niedrigeren Intraobserver-Übereinstimmung einhergingen. Mittels TM konnten signifikant mehr mitotische Abbildungen richtig zugeordnet werden als dies bei WSI der Fall der war. Die Autoren beurteilen die interpretative Genauigkeit melanozytärer Läsionen bei TM und bei WSI (mit Ausnahme der Läsionen Grad III) als gleich stark. Es konnten keine bedeutenden Unterschiede hinsichtlich der Reproduzierbarkeit in allen diagnostischen Sparten dokumentiert werden.
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