Wirksamkeit von Immun-Checkpoint-Inhibitoren: Abhängig vom Darmmikrobiom7. Januar 2019 © francis bonami – fotolia.com Immun-Checkpoint-Inhibitoren, deren Wirkung auf die PD-1/PD-L1-Immuncheckpoint-Achse (beispielsweise Nivolumab, Atezolizumab, Durvalumab, Avelumab) ausgerichtet ist, induzieren bei einer – so die Autoren – „beträchtlichen Minderheit von Krebspatienten“ eine anhaltende klinische Wirkung. In einer kürzlich in „Science“ publizierten Untersuchung haben französische Onkologen gezeigt, dass der vorrangige Widerstand gegen Immun-Checkpoint-Inhibitoren auf eine abnormale Zusammensetzung des Darmmikrobioms zurückgeführt werden kann. Die Verabreichung von Antibiotika etwa schränkt die klinische Wirkung von Immun-Checkpoint-Inhibitoren bei Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium ein. Eine fäkale Mikrobiota-Transplantation (auch als Stuhltransplantation bekannt) von Krebspatienten, die auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren ansprechen (jedoch nicht von Non-Respondern), auf sterile oder mit Antibiotika behandelte Mäuse führte zu einer verbesserten antitumoralen Wirkung bei der PD-1-Blockade. Metagenomische Analysen des Stuhls von Patienten zum Diagnosezeitpunkt offenbarten Korrelationen zwischen dem klinischen Ansprechen auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren und der relativen Abundanz des Darmbakteriums Akkermansia muciniphila. Die orale Supplementierung mit Akkermansia muciniphila nach einer fäkalen Mikrobiota-Transplantation mit Stuhl von Nicht-Respondern stellt, so die Autoren, die Effektivität der PD-1-Blockade in einem IL-12-abhängigen Modus wieder her, was durch zunehmende Verstärkung der CCR9+CXCR3+CD4+ T Lymphozyten im Tumorbett herbeigeführt werde.
Mehr erfahren zu: "Mit Bewegung und Ibuprofen gegen das Chemobrain" Mit Bewegung und Ibuprofen gegen das Chemobrain Bewegung und Ibuprofen können laut einer aktuellen Phase-II-Studie – einzeln oder in Kombination – die kognitive Funktion von Patienten unter Chemotherapie verbessern.
Mehr erfahren zu: "Zusammenhang zwischen Atopie und Fehlbesiedelung des Dünndarms" Zusammenhang zwischen Atopie und Fehlbesiedelung des Dünndarms Allergien werden üblicherweise mit dem Immunsystem, genetischen Faktoren und Umweltfaktoren in Verbindung gebracht. Zunehmend rückt ein weiteres Element in diesem Puzzle in den Fokus: die Darmmikrobiota.
Mehr erfahren zu: "Melanom: Kupferionen aus Silikon-Patch hemmen Tumorwachstum" Melanom: Kupferionen aus Silikon-Patch hemmen Tumorwachstum Forschende aus China berichten in „ACS Nano“ von einer nicht invasiven Melanomtherapie in Form eines wärmeaktivierbaren Silikon-Patches. In Mausmodellen reduzierte das Pflaster die Melanomläsionen, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.