Zahl junger Drogentoter stark gestiegen5. Dezember 2022 Auf (illegalen) Rave-Partys werden häufig Drogen konsumiert, auch von Minderjährigen. (Foto: © Aurélien – Pixabay) Die Zahl junger Drogentoter hat sich in Deutschland seit 2016 mehr als verdoppelt. Laut einer Abfrage von STRG_F (NDR/funk) in allen Bundesländern sind im Jahr 2021 insgesamt 131 Menschen gestorben, die jünger als 22 Jahre alt waren. Darunter waren sogar drei Kinder im Alter von bis zu 13 Jahren. Zwischen 2016 und 2019 lag die Zahl noch zwischen 44 und 59 Drogentoten pro Jahr im Alter bis einschließlich 21 Jahren, 2020 waren es 78. Die Zahl der Drogentoten aller Altersklassen war 2021 ebenfalls auf ein Langzeithoch von 1826 gestiegen. Der Grund für den starken Anstieg junger Drogentoter ist offenbar noch unklar. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, zeigte sich gegenüber STRG_F überrascht: “Diese Zahl war mir so noch nicht bekannt, belegt aber eindeutig, dass wir den von mir bereits mehrfach geforderten neuen Kurs in der hiesigen Sucht- und Drogenpolitik unbedingt brauchen.” Blienert fordert einen Paradigmenwechsel. “Drogenkonsum darf kein Gesprächstabu bleiben, suchtkranke Menschen dürfen nicht mehr ausgegrenzt werden, Hilfe muss schneller und direkter ankommen”, so Blienert. Gesundheitsminister Karl Lauterbach antwortete auf Anfrage von STRG_F nicht. Hintergrund der Abfrage der Zahlen ist eine Recherche von STRG_F zu illegalen Rave-Partys. Nach solch einem Rave in einem Bunker in Köln war im August ein 20-Jähriger gestorben – offenbar an einer Überdosis. Die Todesursache ist noch nicht abschließend geklärt. Kurz nach dem Todesfall waren Gerüchte aufgekommen, dem jungen Mann sei zu spät geholfen worden, weil andere Feiernde gezögert hätten, den Notruf zu wählen. Diese Aussagen bestätigten auch Besucher des Raves, mit denen Reporter von STRG_F gesprochen haben, darunter die Person, die schließlich den Notruf wählte.
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