Zervixkarzinom-Screening auch nach 65 Jahren relevant2. Juni 2026 Symbolbild © H_Ko/stock.adobe.com Eine Ausweitung des Zervixkarzinom-Screenings über das 65. Lebensjahr hinaus könnte insbesondere bei unzureichend vorgescreenten Frauen klinisch relevante Befunde erfassen. Darauf weist eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse im „International Journal of Gynecology & Obstetrics“ hin, die HPV-basierte Screeningstrategien einschließlich Selbstabstriche in dieser Altersgruppe untersucht hat. „Die Evidenz spricht für eine Neuausrichtung des Zervixkarzinom-Screenings über das 65. Lebensjahr hinaus mithilfe risiko-adaptierter HPV-basierter Strategien“, schreibt die Studienautorin Dr. Ebru Zulfikaroglu von der Eva Women Health Clinic in Ankara (Türkei). Selbstabstrichverfahren könnten dabei eine praktikable Option sein, ergänzt sie. In die qualitative Auswertung wurden 45 Studien eingeschlossen, von denen 13 für mindestens einen präspezifizierten Endpunkt in die Metaanalyse eingingen. Analysiert wurden HPV-basierte Testverfahren sowie altersadaptierte Screeningansätze bei Frauen ab 65 Jahren. In der gepoolten Analyse der 13 Kernstudien zeigten sich auch jenseits der üblichen Altersgrenze klinisch relevante Raten an Hochrisiko-HPV-Nachweisen und histologisch bestätigten hochgradigen Läsionen, insbesondere bei Frauen mit unvollständiger Screeningvorgeschichte. Zulfikaroglu verweist zudem auf ein dänisches „Catch-up“-Programm, in dem die Teilnahmerate bei etwa 62 Prozent in der Interventionsregion gegenüber rund 2 Prozent in der Vergleichsregion gelegen habe. Die Detektionsrate für zervikale intraepitheliale Neoplasien Grad ≥ 2 betrug 3,9 pro 1000 anspruchsberechtigte Frauen vs. 0,3 pro 1000 in der Referenzregion. Selbstabstriche, auch auf mRNA-Basis, erwiesen sich in der Gesamtevidenz als praktikabel und könnten Barrieren im Zusammenhang mit postmenopausalen anatomischen Veränderungen und der Spekulumuntersuchung reduzieren. Hinweise aus den eingeschlossenen Studien deuten zudem darauf hin, dass Einladungsstrategien und Intensität der Ansprache die Teilnahme und die Effizienz der weiteren Versorgungspfade beeinflussen können. (nec)
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