Zöliakie: Adressierung des Tryptophan-Metabolismus könnte hilfreich sein22. Oktober 2020 Foto: © Zerbor/Adobe Stock Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass die Aminosäure Tryptophan zusammen mit einigen Probiotika dazu beitragen kann, dass Zöliakiepatienten besser auf eine glutenfreie Ernährung ansprechen. In der Studie wurde untersucht, ob der Abbau von Tryptophan durch Darmbakterien bei Zöliakie verändert ist und ob dieser Stoffwechselweg als mögliche Therapie in Betracht gezogen werden könnte. Die Ergebnisse unterstreichen den potenziell therapeutischen Wert einer gezielten Adressierung des Tryptophan-Metabolismus im Darm bei Zöliakie, wenn es darum geht, die Symptome, die trotz einer glutenfreien Ernährung auftreten, besser zu kontrollieren und die Darmheilung zu beschleunigen. „Die einzige Behandlung bei Zöliakie ist die strikte Einhaltung einer glutenfreien Diät, die schwer zu befolgen ist und nicht immer zu einer vollständigen Wiederherstellung des Darms oder zur Remission der Symptome führt“, sagt Prof. Elena Verdu vom Farncombe Family Digestive Health Research Institute der McMaster-Universität (Kanada). Bei Tryptophan handelt es sich um eine essenzielle Aminosäure, die vom Körper nicht produziert werden kann und über den Verzehr von Lebensmitteln wie Geflügel, Schokolade, Bananen und Kreuzblütlern wie Brokkoli, Kohl und Blumenkohl aufgenommen werden muss. Tryptophan ist für viele Funktionen im Körper notwendig und kann von Bakterien im Darm abgebaut werden. Dabei entstehen Metaboliten, die mit Rezeptoren in der Darmschleimhaut interagieren, die Entzündungen kontrollieren. Einer dieser Rezeptoren ist der Arylkohlenwasserstoffrezeptor oder AhR. Eine suboptimale Aktivierung dieses Rezeptors ist an der Entwicklung von chronisch-entzündlichen Darmentzündungen beteiligt. Die Forscher untersuchten in ihrer Studie drei Teilnehmergruppen: Patienten mit aktiver Zöliakie, Patienten nach zweijähriger glutenfreien Ernährung sowie gesunde Personen. Bei den Zöliakiepatienten fanden sich Hinweise auf einen geringeren bakteriellen Metabolismus von Tryptophan, und ihre Darmmikrobiota stimulierten den AhR-Weg, der die Entzündung kontrolliert und die Darmbarriere schützt, nicht nicht in ausreichendem Maße. Diese Veränderungen waren bei Patienten nach zweijähriger glutenfreier Ernährung teilweise verbessert. In einem Modell mit Mäusen, die die Gene für Zöliakie exprimierten, zeigten die Autoren, dass zwei Laktobacillus-Stämme – Bakterien, von denen man weiß, dass sie Tryptophan abbauen – AhR aktivierten und die durch Gluten verursachte Entzündung reduzierten. Die Studienergebnisse unterstreichen laut den Autoren den potenziell therapeutischen Wert einer gezielten Adressierung des Tryptophan-Metabolismus im Darm bei Zöliakie zum Erreichen einer besseren Symptomkontrolle. Zukünftige klinische Studien sollten sich mit therapeutischen Strategien wie einer Tryptophan-Supplementierung in Kombination mit spezifischen Probiotika, die AhR-Liganden aus der Nahrung produzieren, bei Zöliakiepatienten beschäftigen, die nicht auf die glutenfreie Diät ansprechen, so die Wissenschaftler.
Mehr erfahren zu: "Veränderungen des Stoffwechsels bei Tumorzellen: Ceramide treiben Metastasierung bei Darmkrebs voran" Veränderungen des Stoffwechsels bei Tumorzellen: Ceramide treiben Metastasierung bei Darmkrebs voran Weltweit sterben jährlich mehr als 900.000 Menschen an Darmkrebs. Metastasen sind für den Großteil der krebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Welche Mechanismen einzelne Tumorzellen dazu befähigen, Metastasen zu bilden, ist bislang nur […]
Mehr erfahren zu: "Botanicals: Experten warnen vor Risiken bei Nahrungsergänzungsmitteln" Botanicals: Experten warnen vor Risiken bei Nahrungsergänzungsmitteln Mehr als 30.000 neue Nahrungsergänzungsmittel sind im Jahr 2025 auf den Markt gelangt – ohne behördliche Prüfung. Wissenschaftler schlagen Alarm und schicken einen Brief an zwei Bundesministerien.
Mehr erfahren zu: "Histotripsie bei Leberkrebs: US-Daten sprechen für eine sorgsame Auswahl von Patienten" Histotripsie bei Leberkrebs: US-Daten sprechen für eine sorgsame Auswahl von Patienten Aus einer aktuellen Übersichtsarbeit zu Patienten-Outcomes nach Histotripsie geht hervor, dass das spezifisch auf Tumoren in der Leber abzielende Verfahren zwar mit einer geringen Toxizität und niedrigen Komplikationsraten verbunden ist, […]